Orient & Westen

דניאל דגן – Ganz oben auf der Agenda der Weltpolitik steht – wieder, immer noch -  die historisch unglücklich verlaufende Begegenung zwischen zwei großen Kulturen: dem christlich geprägten Westen und dem muslimisch geprägten Orient.

Eigentlich dauert diese Konfrontation über tausend Jahre an. Sie hatte verschiedene Formen angenommen und verursachte immer wieder Blutvergiessen und unermessliches Leid. Der Dichter Heinrich Heine beschrieb die Lage kurz und knapp – und zeigte gleichzeitig den erwünschten Ausweg:

Es kämpfen Christ und Moslem, Nord und Süden,
Die Liebe kommt am End‘ und macht den Frieden.

„Politically correct“ ist es ganz sicher nicht, von einer „Konfrontation“ oder gar einem „Kulturkampf“ zu reden. Doch den Kopf in den Sand zu stecken und die Realitäten zu übersehen wäre nicht gerade hilfreich. In Afghanistan kämpfen seit vielen Jahren Nato Soldaten gegen überzeugte, religiös motivierte Muslime, die trotz militärischer Übermacht des Westens sich nicht verdrängen lassen.

Im Irak sind immer noch viele US Soldaten stationiert. In den Seestraßen um die arabische Halbinsel und entlang der ostafrikanischen Küste patroulieren ständig Marineeinheiten der westlichen Allianz. In New York, in London, in Madrid und sonstwo haben muslimische Extremisten zugeschlagen. Man befürchtet dort zurecht, dass sich solche Vorkommnisse wiederholen könnten. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy macht sich in der arabischen und muslimischen Welt nicht gerade beliebt, wenn er die Idee lanciert, ein Burka-Verbot per Gesetz zu verhängen.

Die viel beachtete Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Kairo hat an dieser Realität nichts gerändert. Das war auch nicht zu erwarten – und das nach den Worten von Obama selbst.

Doch wie kommen wir weiter? Wie kann die seit vielen Generationen unglücklich verlaufende Begegnung zwischen dem Orient und dem Westen in eine fruchtbar Beziehung umgewandelt werden?

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