Energiesicherung notfalls mit militärischen Mitteln? Altbundespräsident Horst Köhler lässt grüßen…

Glacial Energy: das brauchen wir wohl / Global Witness: ...und können nicht den Kopf in den Sand stecken / Handelsblatt: es kann richtig dreckig werden / Götz Wiedenroth: ...wie Ex-Bundespräsident Köhler mal sagte / Deutsche Schlagzeilen: ...was ihn das Amt kostete / Michel Kichka in Melty: die Franzosen führen hemmungslos Krieg / Neues Deutschland: ...um sich ein Stück Paradies auf Erden zu sichern



Das Düsseldorfer Handelsblatt hat uns heute an eine unangenehme Tatsache erinnert: um unseren verschwenderischen, unverantwortlichen Lebensstil aufrechterhalten zu können brauchen wir ungeheuer viel Energie. So viel nämlich, dass wir sie aus der weitesten Ferne in großen Mengen importieren müssen. Dabei wäre es ratsam zu überlegen, wie wir in Zukunft die Orte und die Transportwege sichern, aus denen diese Energie fließt. Es ist nicht ganz auzuschließen, dass im Notfall das Militär dafür eingesetzt werden muss.



Das hört man natürlich nicht gerne. Militär einsetzen in fremden Ländern? Und dies bloß wegen Wirtschaftsinteressen? Das ist doch unverschämt. Nette Leute wie wir achten strikt auf Regeln der Political Correctnesss. Wir sagen so etwas nicht. Wenn es hoch kommt, stellen wir ganz einfach die notwendigen Interventionen im Ausland anders dar. Wir behaupten etwa, dass unsere Sicherheit gefährdet sei. So bleiben wir zumindest rhetorisch auf der richtigen Seite und können ungestört die Moralapostel in aller Welt spielen.

Bei näherer Betrachtung ist diese Haltung aber nicht immer ganz glaubwürdig. Konflikte gibt es bekanntlich auf mehreren Kontinenten und in vielen Regionen. Tatsache aber ist, dass sich die Nato ganz besonders für manche Gebiete in Arabien interessiert, die viel Erdöl und Erdgas Vorkommen aufweisen. Ist das vielleicht nur ein Zufall? Oder steht dahinter doch noch der Gedanke, den Energiefluß zu sichern, den wir tagtäglich ohne Rücksicht auf die übrige Welt aufbrauchen?

Der vorvorletzte Bundespräsident Horst Köhler ist in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind der deutschen Politik. Er hat sich zu vielen Themen sehr offen und mutig geäussert. Zum Nato-Einsatz in Afghanistan deutete er an, dass dieser Krieg womöglich auch von Wirtschaftsinteressen geleitet ist. Die Empörung in der Öffentlichkeit war so groß, dass Köhler zurücktreten musste. Das war wohl eine klare Lehre für jetzige und künftige Amtsinhaber. Es gibt Dinge, die man eben nicht direkt sagt.

Die Franzosen sehen die Sache anders. Momentan intervenieren sie in Mali und kontrollieren dabei ein Gebiet, das bei weitem größer als ihr eigenes Land ist. In Paris schämt man sich nicht zu sagen, dass diese militärische Intervention wohl auch mit Wirtschaftsinteressen zu tun hat. In den Weiten der Wüste von Mali sind noch viele Rohstoffe zu entdecken und zu erschließen. Französische Firmen sind vor Ort mit vielen Spezialisten tätig, die ja geschützt werden müssen. Das ist wohl ein Stück unangenehme Wahrheit, die wir als kritische Journalisten nicht ganz verschweigen dürfen.

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