Senkaku gleich Diaoyu gleich Kriegsgefahr in Fernost / China-Japan clash threat rises

David Simonds in The Observer, London: Kriegsspiele / Stephff in Courrier International: Konfrontation  / ...und Muskelspiel / Club Chine: ich bin der stärkere! / Economist: alte Karten, neuer Streit / American Patriot: nun geht es um Gas und Erdöl



Wenn ich ein Japaner wäre, würde ich sagen: Senkaku gehört uns! Wenn ich ein Chinese wäre, würde ich sagen: Diaoyu gehört uns! Damit ist der Konflikt beschrieben, der seit vielen Jahren - verstärkt aber in letzter Zeit - über dem südchinesischen Meer schwebt. Schüsse könnten fallen, wenn es so weitergeht wie bisher. Eine Kriegsgefahr ist nicht auszuschließen.



Dabei geht es natürlich nicht bloß um Namensgebung für eine abgelegene Inselgruppe, die bis vor kurzem als ziemlich unbedeutend galt. Es geht um historische Ansprüche, um Nationalstolz, um ein Fischereigebiet, um unterschiedliche Auslegung des internationalen Rechts und so weiter und sofort... Doch vor allem geht es um große Gas- und Erdölvorkommen, die sich unter dem Meeresboden befinden. Das ist Grund genug, einen alten Streit zu beleben und Lust an Kriegsspielen zu demonstrieren.

Wie der britische Sender BBC berichtet kam es vor wenigen Tagen zu einem ernsthaften militärischen Vorfall, bei dem eine Fregatte der chinesischen Marine ein japanisches Schiff mit einem sogennanten Feuerleitradar verfolgte. Die Verwendung dieses Systems kann automatisch ein gezieltes Feuer auslösen - was glücklicherweise in diesem Fall nicht geschah. Doch die Botschaft der Chinesen ist klar: sie untermauern ihre Ansprüche im Südchinesischen Meer mit der Demonstration militärischer Stärke. Sie wären notfalls bereit, Senkaku sowie andere umstrittene Inseln auch mit Waffengewalt einzunehmen.

Der heftige Streit um Ressourcen ist für China unverzichtbar. Das Reich der Mitte will weiterhin schnell wachsen und möglichst bald den Westen aufholen. Dieses Ziel rechtfertigt aus chinesischer Sicht ein klares, agressives Vorgehen, das man sehr gut in Südamerika, in Afrika und in anderen Teilen der Welt beobachten kann. Im Südchinesischen Meer, direkt vor der Haustür, verfügt China zweifelsohne über das stärkste Militär. Peking macht seine Entschlossenheit zum Kampf zunächst nur symbolisch deutlich. Doch der jüngste Vorfall zeigt seine Bereitschaft, das Risiko einer Eskalation einzugehen. Die chinesischen Strategen erwarten eine baldige japanische Einlenkung. Ansonsten wären sie willens und in der Lage, weitere Schritte zu unternehmen.

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