François Hollande in Timbuktu: noch gibt es keinen Grund zum feiern / The Intervention Trap / Rien ne va plus au Mali

New Statesman , Großbritannien: bereits früh / ...Warnung vor der Falle / Goumelle in France Info: Kriegsherr Hollande / Nouvel Observateur: ...an Flüchtlinge erinnert / Le Parisien: Afrikaner sollen übernehmen / Marianne: 1894 - Einmarsch in Timbuktu / Arend van Dam in Courrier International: nun auch Paris gefährdet?



Dieser Tag gehört wohl dem französischen Präsidenten François Hollande. Er befindet sich in Mali, wo er den Sieg seiner Armee gegen die islamistischen Rebellen feiert. Eigentlich Anlass zur Freude. Doch halt! In vielen Gazetten weltweit - nicht zuletzt in Frankreich selbst - erscheinen Warnungen vor der euphorischen Stimmung, die Hollande zu verbreiten versucht. Eine kleine Übersicht habe ich heute für Sie zusammengetragen.



Für die Kommentatoren ist es fraglich, ob der Militäreinsatz tatsächlich ein Erfolg ist. Die Rebellen haben sich in ihre Verstecke in der Wüste zurückgezogen. Das war zu erwarten. Denn der Übermacht der französischen Armee können die Islamisten keineswegs Paroli bieten. Sie harren einfach aus, bis sich die Lage klärt. Bleiben die Franzosen länger im Kampfgebiet, werden sie Ziel von Angriffen aus dem Hinterhalt und immer wieder Verluste erleiden. Verlassen die Franzosen das Kampfgebiet, werden die Islamisten versuchen, die Streitkräfte aus Mali und anderen afrikanischen Ländern zu infiltrieren oder zu beseitigen. Ihre Chancen dazu stehen nicht schlecht.

Diese neue, zu erwartende Situation nennt die britische Zeitschrift New Statesman Interventionsfalle. Wie die Zeichnung oben verdeutlicht, ist man in diese Falle bereits mit dem Einsatz in Libyen gegangen. Diktator Gaddafi wurde entmachtet. Es gibt einen ernsthaften Versuch, Demokratie einzuführen. Aber die bisherige Konsequenz ist eine erhebliche Stärkung der Islamisten, mitunter Al Kaida Aktivisten. Die Ordnungsmacht des früheren libyschen Staates wurde beseitigt. Es gibt keine neuen, stabilen und anerkannten Strukturen. Das Operationsfeld der Islamisten hat sich erweitert. Sie können wirksamer agieren als zuvor.

Dieser Lage ist sich Hollande sehr bewusst. Darum versucht er händeringend, die Kampfhandlungen einer afrikanischen Streitmacht zu übergeben. Dazu befinden sich viele französische Spezialisten vor Ort, um die Soldaten schnellstens auszubilden und ihre Einsätze zu koordinieren. Doch wie schon in Afghanistan wird sich sehr bald zeigen: das eigentliche Problem ist nicht die fehlende Ausbildung der Soldaten. Das Problem ist ihre Motivation und ihre Gesinnung. Es bleibt fraglich, ob die Afrikaner tatsächlich im Sinne der Franzosen den Krieg weiterführen. Zu befürchten ist, dass der Schuss nach hinten losgeht.

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