CELAC-EU Gipfel: eine Chance für Europa

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Die Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika sind alt und gehen auf die Entdeckung des amerikanischen Kontinents durch den Westen zurück. Über 500 Jahre sind es her - ein Zeitraum, in dem die Europäer zum großen Teil das Sagen in dieser Region hatten. Die offiziellen Beziehungen zwischen der EU und Celac sind ganz neu. Sie fingen praktisch an diesem Wochenende an, als sich die Staats- und Regierunschefs beider Seiten bei einer Gipfelkonferenz in Santiago de Chile trafen.



An Symbolik fehlt es nicht. CELACDie Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Spanisch Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) hielt ihre Gründungskonferenz erst vor einem Jahr, damals in Venezuela ab. Der neue organisatorische Rahmen sollte bekräftigen, dass die Völker der Region bewusster als bisher in der Weltpolitik auftreten. Diese Bestrebung zielte vor allem auf die USA, die in den Augen von vielen in Südamerika eine dominierende Stellung einnimmt.

Den nordamerikanischen Einfluss wollen die Celac Länder teilweise durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Europa ausgleichen. Allerdings ist diese Stoßrichtung keineswegs unproblematisch. Das zeigt sich schon daran, dass manche karibischen Territorien nicht Teil von Celac sind. Dabei geht es um französische, holländische, dänische und britische Gebiete, die für die meisten Menschen in Lateinamerika als Überbleibsel des Kolonialismus gelten. Es geht natürlich auch um die Malvinas - eine von Großbritannien besetzte Inselgruppe, die von Argentinien beansprucht wird.

33 Staaten mit 600 Millionen Menschen sind bei Celac vertreten. Letztes Jahr wuchs die Wirtschaft der Celac Staaten um knapp drei Prozent. Für dieses Jahr erwarten Experten noch mehr Wachstum. Diese dynamische Entwicklung bietet viele Chancen, die allerdings zur Zeit eher von China und anderen asiatischen Ländern benutzt wird. Europa hat Lateinamerika weitgehend vernachlässigt - vielleicht auch wegen des problematischen Erbes der Kolonialzeit, das immer noch die Beziehungen belastet.

Die Chancen in Lateinamerika sind für Deutschland besonders günstig. Erstens, weil es nicht als Kolonialmacht in der Region wirkte. Zweitens, weil es auch aktuell keine Konflikte mit Celac Ländern hat. Drittens, weil es als stabile Wirtschaftmacht gilt, die mit Kanzlerin Angela Merkel viel Wertschätzung und Sympathie auf sich zieht. Diese Haltung wird sogar auf die Blazer übertragen, die die Kanzlerin gerne trägt. Drei Knöpfe für die drei oben genannten Vorteile.

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