Geiseldrama: für Algerien ist der Ausgang ein Erfolg / L’Algerie se felicite: 95 % succès contre les terroristes!

El Oumma: Zustand der arabischen Nation / Dilem in Liberté: Gasfeld sieht so aus / Akher Saa: ...oder auch so / Al Fadjr: mit Terror konfrontiert / ...und 95 % Erfolg erzielt / El Raaed: FLN feiert Sieg



Die spektakuläre Geiselnahme in Algerien wird von verschiedenen Seiten sehr unterschiedlich betrachtet. In Japan wurde der militärische Einsatz der algerischen Spezialeinheiten zur Beendigung der Krise scharf verurteilt. Man hätte unbedacht gehandelt, so hieß es, ohne die Möglichkeiten auzuschöpfen, die Geiseln doch noch zu retten. In Großbritannien gab es Ärger und Wut. In den USA kritisierten diplomatische Kreise, dass Algerien die Offerte ablehnte, bei der Aktion zu helfen.



Frankreich hielt sich verständlicherweise mit Kritik bedeckt. Denn die Franzosen sind wegen ihrer militärischen Aktion in Mali auf die Zusammenarbeit mit Algerien angewiesen. Sie benutzen den algerischen Luftraum, um Soldaten und Ausrüstung in das Kampfgebiet zu transportieren. Zudem ist Frankreich in Algerien wirtschaftlich und politisch sehr stark engagiert. Diese gewinnbringende Kooperation will die Regierung in Paris keineswegs aufs Spiel setzen.

Für die Algerier galt in erster Linie die Geiselnahme schnellstens zu beenden. Das war die höchste Priorität. Sonst hätte die Führung des Landes an Glaubwürdigkeit und Autorität verloren. Das widerum wäre ein Signal der Schwäche, das Islamisten im eigenen Land und in der ganzen Region ermutigt, eine Welle der Gewalt in Gang zu setzen. Davon kann Algerien ein Lied singen - das Land kannte schlimme Jahre des blutigen Terrors, der vielen tausenden Menschen das Leben kostete.

Wie die Algerier die Sache sehen machen die Zeichnungen oben deutlich.

  • Oben links zeigt der Karikaturist von El Oumma die Arabische Nation (Text mit grünem Hintergrund). Araber töten Araber. Das ist eben die Realität nicht nur im Maghreb sondern in vielen anderen Teilen der arabischen Welt.
  • Die zweite Zeichnung zeigt das neue Gasfeld, das in der Sahara entdeckt wurde. Es sprüht Blut. Auch in der dritten Zeichnung sieht man ein Gasfeld in einer neuen Gestalt. Das Feuer kommt durch ein Gewehrlauf statt durch die üblichen Anlagen.
  • In der vierten Karikatur wird der Westen scharf kritisiert. Der islamistische Terrorist sieht sich zwar mit einem modernen westlichen Waffenarsenal konfrontiert. Doch er schafft es leicht, Lösegeld für Geiseln zu bekommen und geht unbestraft aus. Im Leserkommentar unter der Karikatur wird Algerien als Land gelobt, das Erpressung strikt ablehnt. Das Fazit lautet: Schuld am Terror trägt der Westen, der durch seine nachgiebige Haltung das schlimme Phänomen begünstigt.
  • Der Aufmacher der Zeitung Al Fadjr berichtet selbstlobend: die algerische Operation war ein großer Erfolg. 95 Prozent der Geislen kamen frei. So bekämpft man Terror glaubwürdig.
  • Die letzte Karikatur ist ein Lob auf die Regierungspartei FLN, die sich bei der Befreiung des Landes vom französischen Kolonialjoch einen Namen machte. Nun kann sich die Partei darüber freuen, dass Algerien schnell und wirksam handelte, um das Geiseldrama zu beenden.

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Mali-Krieg nach Algerien exportiert

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