Mali-Krieg nach Algerien exportiert / La guerre au Mali s’exporte en Algérie

Akehr Saa: Schlüsselposition für Algerien / Les Debats: Krieg exportiert / La Nouvelle Republique: Mitten in der Wüste / L'Expression: ...an der Grenze Libyens / Le Soir d'Algerie: ...sammeln sich Terroristen / Dilem in Liberté: ...um Geiseln zu nehmen



Was Sie heute an dieser Stelle sehen ist die arabische Sicht auf die Ereignisse in Mali und in Algerien. Nicht die deutsche Sicht. Nicht die französische. Nicht die europäische oder die westliche. Nein, ausdrücklich die arabische.



Diese Sicht vermittelt eine andere Wahrnehmung der Situation in und um Mali. Für den französischen Präsidenten Francois Hollande geht es lediglich um Kampf gegen Terror. Für die Rebellen in Mali hat er nur einen Namen, den er wiederholt betont - Terroristen. Die algerische Presse sieht es teilweise ähnlich. Doch nur teilweise. Sie unterstreicht viel mehr die Auswirkungen der westlichen Intervention in Libyen. Diese hat nach arabischer Lesart die Islamisten in Mali und in der ganzen Region gestärkt. Somit gerät auch Algerien selbst in den Sog des Mali-Krieges, der sehr schnell auf mehrere andere Länder überzugreifen droht.

  • Erstes Bild oben: die Operationen der französichen Luftwaffe in Mali hängen vom guten Willen Algeriens ab. Der Luftraum über Algerien ermöglicht erst den Einsatz in Mali.
  • Das zweites Bild zeigt die unmittelbare Konsequenz. Der Krieg in Mali hat sich bereits ausgedehnt und findet nun auch auf dem Territorium Algeriens statt.
  • In Amenas ist die abgelegene Gemeinde im Südosten von Algerien, nahe der libyschen Grenze. Eine Wüstengegend, in der sich die Islamisten gut zurecht finden. Hier werden die westlichen Geiseln festgehalten.
  • Die vierte Schlagzeile beansprucht die Wahrheit über das dramatische Geschehen und betont dabei noch mal die Nähe zu Libyen. Die Botschaft an die Franzosen ist klar: Ihr habt das Chaos erst verursacht, das sich nun gegen euch richtet.
  • Die fünfte Schlagzeile macht die Botschaft noch deutlicher. Sie nennt die Nationalitäten der Kämpfer, die nun gegen Frankreich und den Westen vorgehen - Tunesier, Libyer, Ägypter...
  • Die Karrikatur von Dilem rundet die Übersicht ab. Der Süden von Algerien ist in der Tat sehr reich. Etwa an Bodenschätzen wie Erdöl und Gas. Doch nun bietet er auch eine neue Chance für Extremisten, Geiseln zu nehmen und die Konfrontation mit dem Westen zu verschärfen.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Kolonialkrieg oder Kampf gegen Terror? Wahrnehmung ist alles

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