SO blicken Indien und Russland auf Syrien

Biyokulule: Syrien droht Zerfall / GeoCurrents: Christen (Rot) stehen schlecht da / SpyEyesNews: Russland stützt Syrien / The Ugly Truth: ...nicht zuletzt mit Waffen / Alexey Lorsh in CounterPsyOps: Muslime im Kommen / Gefahr auch für Indien (Zeichnung: Dan Pototsky)



Seit über zwei Jahren prophezeihen diverse Experten die baldige Entmachtung des syrischen Präsidenten Bashar Assad. Bisher haben sich diese Prognosen als falsch erwiesen. Assad gerät zunehmend in Bedrängnis. Doch er hält sich wieterhin an der Spitze eines Staates, der trotz enormem Druck zu funktionieren scheint. Was sind die Gründe dafür?



Der erste zentrale Grund ist die Solidarität innerhalb der Minderheit der Alawiten, die das Land seit mehreren Jahrzehnten dominieren. Die Alawiten befürchten zurecht, dass eine militärische Niederlage sehr schlimme Folgen haben wird. Es wird sehr wahrscheinlich zu Racheaktionen durch sunnitische Extremisten kommen. Die Angst vor gezielten Massakern ist sehr präsent. Aus ihrer Sicht gesehen können die Alawiten keineswegs aufgeben. Sie müssen hinter ihrem Präsidenten stehen und mit ihm zusammen bis zum bitteren Ende kämpfen.

Der zweite zentrale Grund ist die Unterstützung durch Russland. In Syrien sind russische Experten und Soldaten stationiert. In Syrien gibt es wichtige militärische Stützpunkte Russlands. Solange das der Fall ist, kann Assad mit der lebenswichtigen Hilfe aus Moskau rechnen. Die Rhetorik aus Russland mag sich geändert haben, wie westliche Beobachter feststellen. Doch auf dem Terrain bleibt die Lage unverändert. Die Russen sind weiterhin in Syrien präsent. Und zwar sehr massiv.

Wie erklärt sich dieser Umstand? Warum unterstützt Russland einen berüchtigten Diktator, der zunehmend als Sinnbild für Brutalität gilt? Warum riskiert Russland den Verlust an Sympathie unter Arabern und Muslimen in aller Welt? Was bindet Russland so sehr an Syrien und spezifisch an seinen Machthaber von der Assad-Dynastie?

Ein Teil der Antwort ist in der Rivalität mit dem Westen zu suchen. Russland will nicht auf eine eigene Basis im arabischen Raum verzichten, indem es ja riesige Basen des Westens seit der Kolonialzeit gibt. Russland blickt auf eine lange Geschichte der Zusammenarbeit in und mit Syrien zurück. Diese kann und will Russland nicht über Bord werfen.

Doch es gibt einen weiteren Grund, den die Russen immer stärker im Blick haben: die große Befürchtung, dass der sogenannte Arabische Frühling auf die muslimische Bevölkerung in Russland selbst überschwappt. In den letzten Entwicklungen im arabischen Raum entdeckt Russland radikale Tendenzen, die sehr stark vom sunnitischen Islam beeinflusst werden. Das ist bereits der Fall in Syrien. Das kann morgen in Russland selbst stattfinden.

Diese Wahrnehmung gilt auch für Indien. In Neu Delhi befürchtet man zunehmend, dass die Umwälzungen in Arabien nicht ohne Folgen bleiben. In Indien leben knapp 200 Millionen Muslime. In Russland knapp 20 Millionen. Die territoriale und politische Intergrität dieser Staaten könnte gefährdet werden, wenn die muslimisch motivierten Revolutionen Schule machen. Syrien ist für Indien und Russland ein klares Alarmzeichen. Nicht umsonst verstärkten Moskau und Neu Delhi ihre außenpolitische Koordination sowie ihre Zusammenarbeit im militärischen Bereich.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Löwe Assad von zwei Bären geschützt

Ist die USA die einzige Supermacht? die Antwort von Russland lautet: Нет!

_________________________________

You are most welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Schlagwörter: , , , ,

Anmelden