Syrien: was passiert, wenn Präsident Assad stürzt? / Russia: Assad is losing control

UdDebatt: Uno blickt durch die Stiefel von Assad / ...der mit russischer Hilfe so agiert / Tishreen, Damascus: das Regime aber sieht die Uno als Werkzeug der USA / Syria Assistance: dieser Wegweiser soll helfen / ...die Medienlandschaft Syriens zu verstehen / Dave Simonds in The Economist: Sturz Assad ist nicht ungefährlich!



Wer ist die syrische Opposition, die inzwischen von mehreren Staaten anerkannt wird? Die Antwort ist diffus. Die Oppositionellen selbst wissen manchmal nicht genau, wer in den Reihen der Rebellen mitwirkt. Auf dem Terrain gibt es viele verschiedene Gruppen, die gelegentlich auch gegeneinander kämpfen. Dieser Wirrwarr droht zu eskalieren, wenn sich das Ende des Regime von Präsident Bashar Assad abzeichnet. Dann beginnt erst der richtige Machtkampf, der kaum glimpflich ausgestragen wird.



Die USA sind ganz besonders besorgt. Washington hat zwar die Opposition als eine legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt. Doch gleichzeitig hat Präsident Barack Obama die Forderung erhoben, dass sich die Rebellen von manchen Gruppen distanzieren, die als terroristisch bezeichnet werden. Zum Beispiel die Jabhat al-Nusra Front, die als Ableger von Al Kaida gilt. Das kommt allerdings bei den politischen Gremien der Opposition nicht gut an. Diese wollen unbedingt alle Kräfte mobilisieren, die zum schnellen Sturz von Assad führen.

Die Vorfreude auf den Sturz von Assad ist insofern verhalten. Auch heute weiß niemand, wer genau übernimmt, und was danach kommt. Eine weitere, berechtigte Sorge sind die großen Depots der chemischen Waffen des Regime. Zum einen könnte Assad sie als letztes Mittel einsetzen, wenn er wirklich verzweifelt ist und keinen Ausweg mehr sieht. Zum anderen könnten sie in die falschen Hände geraten. Schließlich droht die Gefahr, dass bei dem allgemeinen Chaos die Vorräte nicht sachgerecht behandelt werden und vielleicht auch ungewollt die Umgebung verseuchen.

Aus diesen und anderen Gründen wäre eine geordnete Machtübergabe die beste Lösung für alle Seiten. Doch das setzt komplizierte, schwierige Verhandlungen voraus, die zur Zeit niemand fürhren will. Gegenstand der Gespräche soll eine Regelung sein, die die Sicherheit der Minderheiten garantiert. Ohne eine solche Garantie kann man schlecht erwarten, dass Assad die Macht abgibt. Denn er muss weiterhin befürchten, dass ihm und den Angehörigen seiner Glaubensrichtung, den Alawiten, blutige Racheaktionen drohen.

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