Fiscal Cliff: der drohende Kollaps ist der Zwang zum Kompromiss

Alexander Hunter in Washington Times: soll man hier noch was abschneiden? / ...ohne diese Konsequenz zu riskieren? / Jack Ohman in Sacramento Bee: Fiscal Cliff / ...dazu noch in der Adventszeit (Zeichnung: Jeff Stahler) / Peter Steiner: ganz nah dran / US News: Absturz!



Mir liegt es ganz fern, Ihnen die schöne Adventszeit zu verderben. Der Boden hier in Berlin ist mit Pulverschnee bedeckt. Die Weihnachtsmärkte erleben Hochkunjunktur. Die Restaurants am Gendarmenmarkt sind voll. Wohlstand ist trotz Krise zu spüren. Die Leute geben den Rest ihres Geldes aus, bevor es ihnen durch die drohende Inflation oder neue Steuer weggenommen wird. Sparen lohnt sich beim heutigen Zinsniveau sowieso nicht.



Doch Vorsicht ist geboten! Ein gigantisches Desaster droht! Es ist der sogenannte Fiscal Cliff, über den die größte Volkswirtschaft der Welt, die amerikanische, Anfang Januar abstürzen kann. Mit ihr zusammen werden die Europäer ganz bestimmt untergehen. Und dann reihenweise auch die Länder in Südamerika, in Asien, in Afrika - überall. Selbst der chinesische Drache wird dann der Katastrophe nicht Stand halten.

Was genau passiert bei dieser "fiskalischen Klippe" ? Die Steuererleichterungen, die der frühere Präsident George W. Bush verfügte, werden ihre Gültigkeit verlieren. Viele Bürger werden viel mehr Steuer zahlen müssen. Gleichzeitig wird der Staat seine Ausgaben erheblich kürzen, was der amtierende Präsident Barack Obama verfügte. Der kombinierte Effekt dieser Massnahmen wird dazu führen, dass die Menschen viel weniger Geld ausgeben. Die Wirtschaft wird stagnieren oder gar lahmgelegt!

Nun will ich Ihnen aber dennoch etwas Hoffnung geben. Der vielzitierte Fiscal Clipp wird gar nicht eintreten. Warum nicht? Weil niemand ihn ernsthaft riskieren will. Welcher Politiker in Washington wird in Kauf nehmen, dass das Land wirklich kollabiert? Wer wird von sich sagen lassen, dass er oder sie für die vielleicht schlimmste Rezession der amerikanischen Geschichte verantwortlich wäre? Wer wird bewusst und von vorneherein riskieren, dass Millionen Arbeitnehmer ihre Jobs verlieren?

Der Kollaps ist gleichzeitig auch der Ausweg. Da keiner die Katastrophe haben will, werden sich die Kontrahenten in Washington noch im letzten Moment einigen müssen. Die Republikaner, die die Mehrheit im Congress haben, werden bei den Steuern nachgeben und doch noch zulassen, dass der Staat bei den Reichen etwas mehr eintreibt, als es ihnen recht ist. Präsident Obama wird einsehen, dass er bei den Kürzungen einige Posten doch offen lässt, um seinen Rivalen entgegen zu kommen. Und Sie, lieber Leser, werden die schöne Adventszeit sorglos genießen können.

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