Bestandsaufnahme: so gestaltet sich die Qual der Wahl in Israel

John Korn in Jerusalem Post: der populärste Kandidat / Amos Biderman in Ha'aretz: Netanyahu überrumpelt / Gil Gibli in Globes: Ehud Barak gibt auf / ...während sich Amir Peretz so darstellt / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Machtkampf bei Arbeitspartei / ...und in der Mitte



Israel wird am 22.01.2013 wählen. Israel befindet sich (wie schon immer) in einer kritischen Lage. Israels politisches System ist nicht einfach zu verstehen. Wenn Sie einiges erfahren wollen, was in Ihren Medien nicht unbedingt steht, erkläre ich es Ihnen gerne. An dieser Stelle können Sie mich engagieren. Für heute begnüge ich mich mit einigen authentischen Einblicken, die aus den Federn von Israels Karikaturisten stammen. Das kann Sie bestimmt neugierig machen.



 

  • Die erste Zeichnung zeigt die eigentlich populärste Figur in Israel. Das Abwehrsystem Iron Dome, das viele Menschenleben vor dem Raketenterror der Hamas gerettet hat. Allerdings ist ein auch noch so wirksames und beliebtes High-Tech System keine Person, die irgendwie kandidiert. Die Qual der Wahl wird also den Israelis nicht erspart.
  • Das haben sie schon bei den Primaries, Vorwahlen unter Parteimitgliedern, sehr heftig bewiesen. In der regierenden Likud (zweite Zeichnung) wurde Premier Benjamin Netanyahu mit einer Liste konfrontiert, die seinen persönlichen Wünschen ganz und gar nicht entspricht. Nun muss er sich aber damit abfinden.
  • Verteidigungsminister Ehud Barak findet keine politische Heimat mehr, die ihm Erfolg bei den Wahlen verspricht. Er gibt also auf und kündigt an (dritte Zeichnung), nur noch das Leben genießen zu wollen - ohne die große Last der Verantwortung. Manche Skeptiker (wozu ich selbst gehöre) nehmen ihm das nicht ganz ab.
  • Amir Peretz von der Arbeitspartei ist derjenige, der in früheren Funktionen Iron Dome gegen viele Widerstände durchsetzte. Nun versucht er, sich als Held zu etablieren. Von manchen wird er sogar mit dem legendären Gründer des Staates Israel verglichen - David Ben Gurion.
  • Doch die Arbeitspartei wird nun von Shelly Yachimovitch geleitet - die Konkurrentin von Peretz (fünfte Zeichnung). Yachimovitch versucht, ein einheitliches, geschlossenes Bild zu zeigen. Peretz aber meldet weiterhin Führungsanspruch an und bremst ständig.
  • Die letzte Zeichnung beschreibt DIE bisher wichtigste Entwicklung bei diesem Wahlkampf: die Parteien in der Mitte, die sich gegenseitig erbittert bekämpfen. Hier sieht man Tzipi Livni von der neuen, eigenen Formation Ha'tnua (zu Deutsch: Bewegung) sowie Yair Lapid von Yesh Atid (Deutsch: Zukunft). Beide kämpfen praktisch um die Gunst der gleichen Wählerschaft, die übrigens auch noch von der Arbeitspartei und Kadima umworben wird.

Ist Ihnen das alles zuviel? Dann kennen Sie Israel noch lange nicht. Dann rege ich an, dass sie wieder den ersten Absatz oben lesen.

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