Sri Lanka aktuell: Nicht nur eine Gefängnisrevolte / India, Sri Lanka launch nuclear deal talks

Suren in Ceylon Today: Gefängnis wird zum Friedhof / Gefahr lauert aus Indien / Daily News: Kritik an Korruption / Sri Lanka Guardian: ...ist ein Test für Pressefreiheit / Sunday Island: Krise & Inflation / Daily Mirror: Kontroverse um Abtreibung



Wir im Westen sind sehr auf uns selbst konzentriert. Nur selten werfen wir den Blick in die Ferne. Manche Länder oder gar Kontinente kommen äussert selten in der Berichterstattung vor. Es muss eine dramatische Entwicklung eintreten, bevor man etwa über Lateinamerika berichtet. Es muß Tote und Verletzte geben, bevor das Interesse für abgelegene Regionen in Asien geweckt wird.



So geschah es nun mit Sri Lanka. Eine Gefängnisrevolte auf der Insel, die früher unter der Bezeichnung Ceylon bekannt war, hat Aufmerksamket gebracht. Sri Lanka ist wieder in unserem Bewusstsein - wenn auch nur für wenige Tage, bis es kein Drama mehr gibt. Dabei leben mehr als 20 Millionen Menschen in dieser Inselrepublik. Sri Lanka ist die Heimat von mehreren, bedeutenden Kulturen und ist zudem mit der europäischen Geschichte durch die Kolonialzeit und Gegenwart eng verbunden. Bei der Lektüre von Sri Lanka Zeitungen heute morgen konnte ich feststellen, dass auch die Themen der Berichterstattung denen im Westen ähneln.

  • Die vielen Toten im Gefängnis (oben links) sind weiterhin ein zentrales Thema. Die Zeitungen kritisieren den skandalösen Zustand in Vollzugsanstalten sowie das unwirksame Krisenmanagement. Es hätte so weit nicht kommen dürfen, dass Menschen sterben und Familien leiden. Der Karikaturist von Ceylon Today zeichnet das Gefängnis als Friedhof.
  • In der zweiten Illustration wird Kritik an der Nuklearmacht Indien geübt. Viele Menschen in Sri Lanka befürchten, dass der beschleunigte Bau von Atomkraftwerken in Indien sich negativ auf ihr Land auswirkt. Studien verweisen auf die Gefahr der radioaktiven Verseuchung des Meeres, falls es zu Naturkatastrophen oder Unfällen kommt.
  • Weiteres zentrales Thema ist eine Korruptionsaffäre um die oberste Richterin des Landes. Noch bis vor kurzem war Shirani Bandaranayake der Stolz der Nation. Eine ehrgeizige, erfolgreiche Frau, die seit einem Jahr die höchste Position in der Justiz bekleidet. Doch nun holt sie die Vergangenheit ein. Sie wird beschuldigt, in rechtswidrige finanzielle Transaktionen verwickelt zu sein und dabei in die eigene Tasche gearbeitet zu haben. Gegen sie läuft ein Amtsenthebungsverfahren.
  • Dabei kritisiert die Presse (vierte Zeichnung), dass seitens der Regierung gelegentlich versucht wird, die freie Berichterstattung über die Affäre einzuschränken. Pressefreiheit und Transparenz werden gefordert.
  • Wirtschaftskrise und Inflation sind weitere Probleme, die Sri Lanka in diesen Tagen beschäftigen. Besonders rücken diese Themen jetzt in den Mittelpunkt, da die Regierung einen neuen Haushalt plant.
  • Am heutigen Sonntag begeht Sri Lanka den Day of the Unborn Child. Die Zeitungen verweisen darauf, dass laut offizieller Statistik an jedem einzelnen Tag 700 Abtreibungen im Lande vorgenommen werden - allesamt illegal, da in Sri Lanka eine gesetzliche Regelung auf diesem Gebiet fehlt. Wie auch im Westen gibt es auch hier eine hochemotionale Diskussion über Abtreibung.

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