Akte Obama vs. Akte Romney: Ohio wird entscheiden / The Plain Dealer is much more important than New York Times

The Detroit News: Endorsement für Romney / New York Times: Endorsement für Obama / Heng zeigt, wie beide Kandidaten China Bash betreiben / Washington Times: ...doch nur Romney kritisiert Kürzungen beim Militär / Jeff Darcy in The Plain Dealer, Ohio: hier steht, wer für was steht / Ohio.com: UNSER Staat DAS Schlachtfeld



Wir Journalisten erliegen manchmal der Versuchung, uns selbst magische Kräfte zu unterstellen. Wir von der schreibenden Zunft würden unseren Einfluss geltend machen, damit die Mehrheit eine bestimmte politische Richtung favorisiert... wir würden gar entscheiden, wer dieses oder jenes Land regiert...



Solche Vorstellungen und Behauptungen helfen eventuell, die Auflagen von Zeitungen in die Höhe zu treiben. Mit der Realität und mit dem tatsächlichen Verhalten der Wähler haben sie aber häufig wenig zu tun. Meldungen aus den USA,  dass manche führende Medien den einen oder anderen Kandidaten befürworten, sollten mit Vorsicht genossen werden. Das gilt insbesondere für die New York Times, die sich selbst als die beste Zeitung der Welt betrachtet und nicht selten Arroganz an den Tag legt. Bei allem Respekt - New York Times ist noch lange nicht die USA!

Die New York Times wirbt nun auch offiziell für die Wiederwahl von Barack Obama - nachdem sie es andeutungsweise seit vielen Monaten ohnehin getan hat. Das ist aber nicht unbedingt hilfreich für den bedrängten Amtsinhaber. Das letzte Mal, dass New York Times einen republikanischen Kandidaten unterstützte war vor knapp 60 Jahren, als sie für Dwight D. Eisenhower warb. Dieser "Record" allein macht die Zeitung in den Augen von vielen Amerikanern Blind auf einem Auge. Denn seit über zwei Generationen werden nur liberale (also eher linke, nach europäischem Sprachgebrauch) Kandidaten favorisiert.

Davon ganz abgesehen werden die Wahlen nicht in New York entschieden. Es steht ja bereits fest, dass der Bundesstaat New York sich mit großer Mehrheit für Obama entscheidet. Die richtige Schlacht wird in den sogenannten Swing States geführt, wo es viele Wechselwähler gibt. Sowohl Obama als auch sein Herausforderer Mitt Romney konzentrieren daher ihren Wahlkampf auf diese Staaten. Dort werden in den verbleibenden, wenigen Tagen bis zur Wahl noch hunderte Millionen Dollars für Werbung ausgegeben. Dort wird auch versucht, regionale und lokale Medien dazu zu bewegen, den jeweiligen Kandidaten zu befürworten.

Ganz oben auf der Liste der Prioritäten von Obama und Romney stehen Medien im Bundestaat Ohio. Nach der Einschätzung von vielen Experten entscheidet letzlich Ohio, wer am 6. November die Wahlen gewinnt. Darum habe ich die Galerie der Illustrationen oben mit Screenshots aus Medien in Ohio abgeschlossen. Mir ist wohl bewusst, dass Sie möglicherweise noch nie von The Plain Dealer oder von Ohio.com gehört haben. Doch lachen Sie mich bitte nicht aus! Ich kann Ihnen versichern: Diese Medien sind heute bei weitem wichtiger als die Ihnen so vertraute New York Times.

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