Duell Obama-Romney: Der Gewinner heißt Candy Crowley

Tim Campbell in National Public Radio: Vorbereitung / Kim Walters in Toledo Blade: Obama soll agressiv auftreten / Fellowship of Minds: denn Rivale Rommey will seinen Stuhl / Chris Piascik: doch erstmal wird er gebremst / GoodOleWoody'sBlog: ...von Moderatorin Crowley /CNN: ...die die Lage im Blick hat



Gestern war ich bei Freunden in New York. Den gemütlichen, interessanten abend musste ich aber ziemlich abrupt abbrechen. Mir war wichtig, unbedingt rechtzeitig zu meinem Hotel zu kommen, um ungestört die Debatte zwischen Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney zu verfolgen. Die Gastgeber haben Verständnis gezeigt. Schließlich wollten sie sich ebenfalls das Duell in aller Ruhe anschauen, zumal sie ja (im Gegensatz zu mir) auch mitentscheiden, wer in den nächsten vier Jahren America führt.



In ganz America wiederholten sich solche Szenen. Viele Millionen haben sich Zeit genommen, um die lange Debatte zu verfolgen. Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sie nicht enttäuscht wurden. Denn aus der intensiven Diskussion konnte man viel über die Kandidaten und ihre Vorstellungen erfahren.

  • Sowohl Obama als auch Romney demonstrierten Kompetenz. Sie beherrschen die Themen. Sie können bis ins kleinste Detail ihre Haltung mit Zahlen untermauern. Allerdings präsentieren sie die Daten sehr unterschiedlich. Das liegt in der Natur der Sache.
  • Sowohl Obama als auch Romney haben die direkte Konfrontation gesucht. Ganz anders als bei der ersten Debatte war auch Obama sehr bestimmt oder gar agressiv. Er ließ kaum eine Behauptung von Romney unbeantwortet. Und er hat seinen Kontrahent bei dessen Schwachpunkten direkt und gezielt angegriffen. Endlich!
  • Obama spielte diesmal nicht mehr den abgehobenen Präsidenten, der naturgemäss von loyalen Ja-Sagern umgeben ist, die ihn ständig loben. Das hat ihm und der Debatte gut getan. Man muss schon kämpferisch auftreten, um Überzeugungsarbeit zu leisten und die Herzen der Menschen gewinnen zu können. Wer lustlos auftritt und Zeichen von Müdigkeit zeigt (wie Obama in der ersten Debatte), der räumt praktisch das Feld und wird herumgeschubst.
  • Romney wurde wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert, dass seine Pläne zur Steuerentlastung bei gleichzeitigem Abbau der Staatsverschuldung unrealistisch sind ("die Zahlen stimmen einfach nicht" behauptete Obama). Die Antwort ist ein Job-Wunder, das von Romney herbeigezaubert werden soll. Der Glaube an dieses Wunder ist für den tief religiösen Romney der Schlüssel zum Erfolg. Insofern schlüpfte er gestern erfolgreich in die Rolle des Hoffnungsträgers.
  • America diskutiert nun intensiv darüber, wer die gestrige Debatte gewonnen hat. Ich selbst habe den Gewinner schon nach wenigen Minuten ermittelt. Der Gewinner ist nämlich eine Gewinnerin! Sie heißt Candy Crowley und ist die CNN-Journalistin, die die Veranstaltung mit Bestimmtheit, mit Charme und mit großer Kompetenz geleitet hat.

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Duell in Colorado (wo Rocky Mountain News schon längst eingestellt wurde!)

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