Streit China-Japan: Peking ruft zum Boykott auf – und schadet sich selbst / Territorial dispute? Fight goes deeper than islands

Sun Ying in Global Times: Japan lässt die Muskeln spielen / ...soll aber gespalten sein / China Economic Weekly: Aufruf zum Boykott / Film Annex: ...der ALLEN schadet! / Asia Views: China zunehmend agressiv / ...die USA ist auch nicht gerade zimperlich



In den ersten drei Zeichnungen unten sehen Sie die chinesische Sicht zum aktuellen Konflikt zwischen Peking und Tokyo. Es geht bekanntlich um eine winzig kleine Inselgruppe im südchinesischen Meer. Und es geht natürlich um die Fischereirechte sowie (vor allem!!!) um die großen Erdölvorkommen, die in den umliegenden Gewässern vermutet werden.



Schauen Sie sich bitte die Illustrationen genauer an. In der ersten, oben links, wird Japan als eine böse Militärmacht dargestellt, die Seeminen in einer ruhigen Region einsetzt. Mit diesen Sprengladungen meint die chinesische Zeitschrift Global Times den japanischen Anspruch auf Souveränität der Inseln, die nach Tokyos Lesart dem internationalen Recht entspricht. In der zweiten Zeichnung belächeln die Chinesen die japanische Haltung, die ihrer Meinung nach Doppelzüngigkeit und Widersprüche aufweist.

Bei der Zeitschrift China Economic Weekly geht es weiter mit einem direkten Appell zum Boykott von Japan. Dieser Aufruf ist aber höchst umstritten. Denn von einem solchen Boykott ist auch China betroffen - und zwar sehr hart! Das sieht man bereits in diesen Tagen. Japanische Autohersteller haben ihre Fabriken in China teilweise geschlossen, weil sie Gewaltanwendung fürchten. Chinesische Besitzer von japanischen Marken benutzen ihre PKWs nicht mehr. Japanische Läden, die von chinesischen Bürgern betrieben werden, wurden kurzerhand demoliert. Den Aufruf zum Boykott (dritte Zeichnung) habe ich daher mit einem anderen Titelbild der gleichen Zeitschrift versehen. Dieses zeigt, wie das Geld aus dem Portemonnaie regelrecht wegfliegt...

In der vierten Zeichnung, bei Film Annex, wird das Problem von Chinesen UND Japanern direkt angesprochen: BEIDE Länder, die ja ganz große Wirtschaftsmächte sind, leiden bereits an diesem Konflikt. Umsätze von Wirtschaftunternehmen gehen zurück. Unsicherheit verbreitet sich. Die Märkte reagieren. Die asiatische Börse erlebt eine scharfe Kurve nach unten. Der ganze asiatische Raum ist in Mitleidenschaft gezogen. Und darüber hinaus möglicherweise auch der Handel mit Europa und den USA.

Länder in Südostasien sind am meisten betroffen. Diese sind organisiert in der Asean - Association of Southeast Asian Nations - eine lose Wirtschaftvereinigung, die besonders stark von den Beziehugen mit Japan und China abhängt. Die indonesische Zeitschrift Asia Views bringt die Frustrationen der Nachbarn in der Region zum Ausdruck. Mit seiner aggressiven Politik in der südchinesischen See irritiert Peking zunehmend seine Partner (fünfte Karikatur). In Jakarta ist man keineswegs glücklich über diese Situation. Und man macht sich Sorgen darüber, wie die Unsicherheiten das Verhalten der USA bestimmen werden - eine Supermacht, die auch im asiatischen Raum sehr viel Einfluss hat (letzte Zeichnung).

Aus dem aktuellen Streit China-Japan lernen wir vor allem eines: in unserem Zeitalter der Globalisierung ist die gegenseitige Abhängigkeit sehr groß. Es können bald Ersatzteile für Maschinen fehlen... Lieferungen werden verschoben oder gar gestoppt... die Welt ist wirklich sehr klein geworden. Konflikte zwischen zwei Rivalen und Partnern schaden sowohl den direkt Beteiligten als auch vielen weiteren Akteuren. Handelskrieg zwischen China und Japan ist eigentlich keine Option. Ein echter Krieg erst recht nicht.

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