Morsi ergreift die Flucht nach Vorne: nun spielt er den Aussenpolitiker / Egypt-Iran: a new alliance? / איראן-מצרים: מורסי משנה כיוון

Al Aharm: Ehe... Stellung der Frauen... / Or Reichert: Morsi in Tehran / Moshik in Ma'ariv: auch Ban Ki-moon dabei / Egypt Independent: ein Bißchen Kritik darf sein / ...was die Popularität steigert / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: die Türkei sucht neuen Spielraum



דניאל דגן -Der neue ägyptische Präsident Mohamed Morsi ist nicht zu beneiden. Sein Land ist wirtschaftlich am Boden. Die Ereignisse der letzten zwei Jahren haben die wichtige Einnahmequelle Tourismus lahmgelegt. Investoren befürchten Chaos und meiden Ägypten. Die Bevölkerungsexplosion erschwert die Not. Für die Lösung von großen gesellschaftlichen Problemen - allen voran die Stellung der Frauen - gibt es keine Lösungsvorschläge. Nicht einmal im Ansatz.



Morsi sieht diese akute Lage bestimmt sehr klar. Doch ihm sind die Hände gebunden. Der Machtkampf zwischen ihm und dem Militär ist noch nicht endgültig entschieden. Zudem ist er durch seine eigene religiöse Überzeugung gebunden und kann in Schlüsselfragen wie Geburtenkontrolle sowie mehr Rechte für Frauen kaum etwas bewirken. Was macht Morsi? Er unternimmt die Flucht nach Vorne, indem er aussenpolitische Initiative ergreift. Dadurch hofft er seine Macht zu befestigen. Diese Strategie erläutern die Illustrationen.

  • Al Ahram (erster Bericht oben) über Ehe und Stellung der Frauen. Ein wesentliches Problem, das von Morsi nicht angegangen wird. Für moderne Entwicklung in die richtige Richtung fehlen ihm Konzepte und politische Rückendeckung bei der eigenen Muslim Brotherhood, der er angehört.
  • Morsi fliegt in den Iran, um sich dort von Präsident Achmadinedjad hofieren zu lassen. Das ist ein Signal der Akzeptanz für das iranische Atomprogramm, das im wesentlichen die sunnitischen, arabischen Nachbarländer bedroht; ein riskanter Schachzug von Morsi.
  • Genauso riskant und umstritten ist der Besuch von Uno-Generalsekräter Ban Ki-moon im Iran. Ban verleiht den Ayatollahs Legitimität und verliert an Glaubwürdigkeit. Seine Äusserungen über die Gefahr, die vom islamistischen Regime in Tehran ausgeht, werden dadurch stark relativiert.
  • Morsi macht einen Schritt zurück und wagt eine vorischtige Kritik am Iran, um etwa Saudi Arabien nicht allzusehr zu verärgern. Er braucht ja die finanzielle Unterstützung der Saudis, die sich als Hüter des sunnitischen Islam präsentieren und die schiitische Führung im Iran hassen.
  • In Ägypten erntet Morsi Beifall auch für seine (allerdings verhaltene) Kritik an Syrien. Das hilft ihm innenpolitisch und trägt wiederum dazu bei, die Saudis zu besänftigen.
  • Doch Halt (letzte Zeichnung). Die Türkei ist von den neuen Ambitionen des ägyptischen Präsidenten zunehmend irritiert. Ankara wollte sich selbst eine stärkere Führungsrolle als Regionalmacht sichern. Nun sucht die Türkei neuen Spielraum, indem sie die alte, zerstörte Allianz mit Israel wieder zu beleben versucht; immerhin lässt sie ein Hintertürchen offen.

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