Zerfall der Eurozone? Finxit? Die Maus Finnland brüllt! / Finland would rather exit Euro than pay for others

Pinn in Financial Times: Krise hält an / Rafa Sanudo in Public Service Europe: wer zündelt? / ..so könnte Europa 2015 aussehen / Helsinki according to PPUsa: EXIT auf Finnisch / Geopolicraticus: Finxit & Euro-Ende  / Telegraph: die Maus Finnland brüllt



Euro-Krise und kein Ende. Bis vor kurzem hat man allgemein angenommen, dass die Erlösung vielleicht darin besteht, dass die Griechen von sich aus die Eurozone verlassen. Es wäre ganz und gar nicht unvernünftig. Die Griechen bekommen dann die Gelegenheit, auf eigenen Füssen zu stehen und ihren Haushalt selbst zu sanieren. Durch eine kräftige Abwertung der Landeswährung wäre Griechenland attraktiv für Investitionen - und natürlich auch für den Tourismus.



Doch die Griechen denken nicht an Austritt. Warum sollten sie auch? Es ist viel bequemer, immer wieder Schuldenerlass oder Subventionen aus europäischen Kassen zu bekommen. Dann kann man die notwendigen Reformen bis ins Niemehrland verschieben. Von Schirmpaket zu Schirmpaket wächst der Schuldenberg unaufhaltsam. Er wächst so, dass er Griechenland gar nicht mehr bedroht. Er bedroht nur noch die Geldgeber, die ja die von ihnen gewährten Kredite nie wieder sehen werden.

Nun gibt es Neues auf dem europäischen Markt. Eine neue, ganz raffinierte Austritt-Variante. Diese wird womöglich bald von Finland vorexerziert. Nicht etwa, weil das nördliche Land zu schwach ist. Im Gegenteil. Finnland will aus der Euro-Zone raus, weil das Land zu stark ist. Die Finnen haben es nämlich satt, mit ihrem hart verdienten Geld die südlichen Schuldenländer zu finanzieren. Sie sagen ihren Politikern klipp und klar: Stopp! Das machen wir nicht mehr mit!

Natürlich können Sie gleich auf die Dementies aus Helsinki verweisen. Das offzielle Finnland bestreitet inzwischen vehement, dass Austritts-Überlegungen angestellt werden. Alles angeblich nur Gerüchte! Dazu kann ich als erfahrener Journalist (der übrigens aus Helsinki mehrmals berichtete) nur sagen: die Dementies bestätigen die Ernsthaftigkeit der neuen Strategie. Es wäre ja für die Finnen ein Jammer, wenn sie im Voraus den Austritt ankündigen. Welch willkommene Gelegenheit für Spekulanten, an der Umstellung noch kräftig zu verdienen.

Übrigens ist es vorteilhaft, wenn die Finnen vorpreschen. Finnland ist ein kleines Land. Seine Wirtschaftskraft ist begrenzt. Der Austritt wird nicht so sehr ins Gewicht fallen. Nach einer relativ kurzen Testzeit wird man sehen, ob andere Länder mitziehen oder nicht. Deutschland übrigens kann sich einen Austritt zunächst gar nicht leisten. Sonst wird es heißen, die Deutschen würden einen Sonderweg gehen und die alten Konflikte in Europa wieder aufflammen lassen. Das kann keine Regierung in Berlin riskieren.

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