Wird der syrische Aufstand nach Jordanien überschwappen? / Syria rebels smuggle supplies from Jordan / ירדן והמהפיכה הערבית

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דניאל דגן  - Schauen Sie sich die Illustrationen unten an. Sie sehen etwas, das Ihre Medien kaum zeigen. Sie sehen nämlich die jordanische Sicht des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien.



Jordanien und Syrien sind miteinander stark verbunden. Beide arabischen Staaten verfügen über riesige Flächen und haben eine lange gemeinsame Grenze. In normalen Zeiten gibt es vielfältigen Handel und Verkehr. Zudem gibt es familiäre, sprachliche, kulturelle und religiöse Bindungen, die nicht weg zu denken sind. Ruhe und Stabilität sind sowohl für Amman als auch für Damascus lebenswichtig.

Doch Jordanien und Syrien haben bereits Krieg gegeneinander geführt. Und zur Zeit sind ihre Beziehungen stark dadurch belastet, dass syrische Flüchtlinge und Rebellen Zuflucht in Jordanien suchen. Immer wieder kommt es zu Grenzkonflikten. Schießereien und Tötungen sind an der Tagesordnung. Die Situation kann schnell eskalieren.

Aus jordanischer Sicht ist die Lage unhaltbar. Denn das haschemitische Königreich, das sich auf den östlichen Teil des ehemaligen Mandatgebietes Palästina erstreckt, fühlt sich durch die Umwälzungen in der arabischen Welt akut gefährdet. Die wirtschaftliche Not ist groß. In den letzten Monaten kam es zu Demonstrationen und Unruhen. Die Zukunft ist ungewiss.

Die Beduinenstämme in Jordanien genießen eine Vormachtstellung und unterstützen traditionell das Könighaus, das aus dem fernen Hijaz kommt. Doch die Beduinen fühlen sich zunehmend verdrängt. Teile von ihnen machen eine gemeinsame Sache mit Jihadisten, die den König stürzen wollen, um auch noch in Jordanien einen Gottesstaat zu errichten. Die Palästinenser, die mit über 80 Prozent die Mehrheit im Staat bilden, reklamieren immer stärker ihr Recht auf Selbstbestimmung.

Der Aufstand in Syrien kann rüberschwappen - so befürchtet der jordanische König. Noch jongliert er vorsichtig, um es sich nicht mit dem mächtigen syrischen Nachbar ganz zu verderben. Doch immer mehr tendiert Amman dazu, sich auf die Seite der Rebellen zu schlagen. Das Kalkül dabei ist, dass Präsident Bashar Assad bald gestürzt wird und die Aufständischen die Macht übernehmen. Ausserdem will der König den Westen nicht irritieren, der das Ende von Assad sieht und Jordanien massiv unterstützt.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Assad verfügt über viele Möglichkeiten, subversive Aktivitäten in Jordanien zu begünstigen. Er kann enttäuschte Beduinen bewaffnen, die sich vom Könighaus abwenden. Er kann palästinensische Organisationen ermuntern, wie in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegen die Monarchie vorzugehen, die ihnen als Fremdkörper im eigenen Land erscheint. Und er kann - wie bereits geschehen - Einheiten der  jordanischen Armee an der Grenze immer wieder angreifen.

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