Syrien zwischen Vision und Realität / What comes next in Syria? / אנחנו הפליטים היהודים מסוריה

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דניאל דגן - So stelle ich mir die Zukunft in Syrien vor: Der Bürgerkrieg geht zu Ende. Das Land wird frei. Eine bürgerliche Schicht übernimmt die Macht. Syrien wird modernisiert, was eine Signalwirkung für ganz Arabien hat. Der Konflikt mit Israel wird ad acta gelegt. Denn das ist keineswegs das Problem der Araber. Das ist eher eine bequeme Ausrede, um notwendige Reformen zu blockieren und die Juden als Sündenbock für fehlenden Fortschritt zu missbrauchen.



Im Rahmen dieser Entwicklung regelt man endlich das gegenseitige Problem der Flüchtlinge. Die einzig mögliche Basis dafür ist die finanzielle Reparation. Alles andere führt nur zu Chaos und Krieg. Die Gelder gehen an zwei Gruppen von Flüchtlingen: an die Nachkommen der etwa 600,000 Araber, die 1948 das Gebiet des Staates Israel verlassen mussten. Und an die Nachkommen der knapp einer Million Juden, die im letzten Jahrhundert aus arabischen Ländern vertrieben wurden. Im Rahmen dieser Vereinbarung bekomme ich persönlich eine satte Summe. Denn meine Vorfahren väterlicherseits besaßen mehrere Häuser im Zentrum von Aleppo.

Diese Vorstellung ist eine Vision, die meines Erachtens eines Tages Realität wird. Davon bin ich fest überzeugt. Doch momentan ist sie nur eine Illusion. Es gibt keine Anzeichen, dass der Bürgerkrieg in Syrien beendet wird. Im Gegenteil - er nimmt an Intensität und an Brutalität zu. Es gibt leider auch keine Anzeichen dafür, dass die potentiellen Nachfolger von Präsident Bashar Assad das Land in die oben skizzierte Richtung führen. Im Gegenteil - viele von ihnen sind Islamisten, die Hass gegen Juden schüren und Syrien in ein dunkles Zeitalter zurückwerfen könnten.

Die Berichte und Illustrationen oben belegen ganz klar, dass Syrien von einer positiven Entwicklung noch meilenweit entfernt ist. Es wird heftig gekämpft. Die Opposition ist hoffnungslos zerstritten. Extremisten in Arabien gewinnen immer mehr Einfluss. Der ethnische und religiöse Streit lässt befürchten, dass es zu noch mehr Gewalt oder gar einem Rachefeldzug kommt. Versöhnung mit den Juden, die Jahrhunderte in Syrien lebten und das Land unglaublich bereichert haben steht gar nicht auf der Tagesordnung.

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