Olympiade 2012: Können die Briten Kritik vertragen? / Olympics organizers had time for some terror victims – but only their relatives and loved ones… / לונדון: שערוריה בטקס הפתיחה

The Sun: Vorfreude / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Blick ins Olympiastadion / Daliy Mail, London: Skandal Schweigeminute / Al Madina, Saudi Arabien: auch wir sind dabei! / Al Hayat: ...sogar unsere Frauen / Maktoobblog: ...die eben Hijaz tragen / Vanity Fair: werden sich diese Frauen durchsetzen?



דניאל דגן - London ist von Olympia-Begeisterung erfasst. Wir alle wurden angesteckt. Schon im Vorfeld hat sich die britische Hauptstadt glänzend auf die große Veranstaltung vorbereitet. Und bei der Eröffnung boten die Organisatoren eine Show der Superlative!



Auf der ersten Illustration oben zeige ich die Vorfreude, die bereits 2005 begann, als London den Wettbewerb gegen Paris gewann. Ich gönne es den Briten, obwohl mein Herz eher für Frankreich schlägt. Auf der zweiten Illustration zeigt Ihnen mein Kollege Shlomo Cohen, wie Menschen in aller Welt an Bildschirme gefesselt sind, um die Super-Veransaltung an der Themse zu bewundern.

Allerdings ist Kritik angebracht. Die vielgelobte Eröffnung war zum einen zu lang und zum anderen etwas zu britisch. So britisch, dass man eine Schweigeminute für Verwandte von manchen Organisatoren einbaute (dritte Illustration oben), obwohl eine Schweigeminute für die Opfer des Massakers bei den olympischen Spielen in Münschen vor 40 Jahre strikt ablehnt wurde. Das ist nicht nur Geschmacklosigkeit. Das ist schon ein Skandal!

Nun nehme ich Sie zum Orient. Wie schon so oft auf diesen Seiten. Aus dem Herzen der muslimischen Welt zeigt uns die Zeitung Al Madina die authentische Olympia Begeisterung auf Arabisch. Und Al Hayat ist ein bißchen darauf stolz, dass die Teilnahme und die Rolle von arabischen Frauen an den Spielen ein wichtiges Thema geworden ist.

Einige Fragen bleiben aber offen. Zum Beispiel: wie genau dürfen und sollen arabische Frauen auftreten? Etwa mit dem traditionellen Kompftuch, genannt Hijab? Oder eben ohne? Eine muslimische Website kämpft sehr bunt für die Rechte der arabischen Frauen, ihre Traditionen auch in der olympischen Arena zu pflegen. Und dabei belächelt sie westliche Frauen, die ihrer Meinung nach eine andere Art von Hijab tragen - eine künstliche, die auf Show bedacht ist.

So oder so steht nun ziemlich fest, das arabische Frauen durch sportliche Leistungen freie Räume gewinnen können (letzte Illustration). Dabei stoßen sie auf viel Widerstand. Sie müssen dafür hart kämpfen. Man kann ihnen nur wünschen, dass sie sich nach und nach durchsetzen. Denn ohne eine radikale Verbesserung der Stellung von Frauen, wird die arabische Gesellschaft keine Chance haben, sich den modernen Bedürfnissen anzupassen.

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