Clinton in Ägypten: werden auch die ECHTEN Probleme angegangen?

Al Ahram, Cairo: Ägypten wohin? / Boston Globe: Extremismus hindert Fortschritt / Jim Morin Miaimi Herald: arabischer Frühling sieht so aus / CNN: die Rivalen auf einer Bank / Paresh in Khaleej Times, Dubai: Balanceakt / Waleed in Al Shorouk: wo fange ich überhaupt an?



Die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton ist in Cairo. Sie traf Präsident Mohamed Morsi. Sie kam mit dem Armeechef Mohamed Tantawi zusammen. Bei den Gesprächen geht es um weitere Schritte zur Demokratisierung, um Schuldenerlass und um regionale Konflikte. Geht es dabei auch um die Hauptprobleme Ägyptens?

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Problem Nummer 1 von Ägypten ist die Überbevölkerung. Viele Familien bekommen 10 Kinder oder auch mehr. Die Zahl der Menschen, die sich am Nil ernähren müssen, wächst rasant. Tausende Ägypter kommen täglich in die Hauptstadt Cairo, um sich niederzulassen. Sie fliehen aus ihren Dörfern und Gemeinden, weil sie dort keine Zukunft mehr sehen.

Problem Nummer 2 von Ägypten ist die knappe Nahrung. Das Land am Nil - in alten Zeiten der Inbegriff des Reichtums - kann die vielen Menschen gar nicht ernähren. Das wichtigste Lebensmittel, der Weizen, kommt meist aus den USA. Im gegenwärtigen Zustand schaffen es die Ägypter nicht, ihr fruchtbares Land effizient und ausreichend wirtschaftlich zu nutzen.

Problem Nummer 3 von Ägypten ist die fehlende Bildung. Über die Hälfte der Ägypter können nicht lesen und schreiben. Es fehlt an Aufklärung. Es fehlt an Zugang zum Wissen. Es fehlt somit an grundlegenden Voraussetzungen, um die Gesellschaft neu zu gestalten und fit für das moderne Zeitalter zu machen.

Diese Probleme werden praktisch unter den Teppich gekehrt. Seit vielen Jahren wird nichts Entscheidendes unternommen, um die Geschicke Ägyptens umzukehren. Arabischer Frühling bzw. Herbst hin oder her - echte Demokratie ist gar nicht möglich, solange die oben beschriebene Situation anhält. Die Überbeschäftigung mit Nebengefechten tut nichts zur Sache.

Dabei gibt es gute Perspektiven für Ägypten, wenn die wichtigsten Kräfte im Lande - Islamisten und Militär - ganz neue Prioritäten setzen und gezielt zusammenarbeiten. Eine neue Familienpolitik muss her, die durch eine moderne Auslegung der muslimischen religiösen Überzeugung ihre Zustimmung in breiten Schichten der Bevölkerung findet. Eine neue Wirtschaftspolitik. Eine neue Bildungspolitik. Ein neues Ägypten!

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