Nicht nur in Pamplona: Spanien blutet – und sucht den Weg aus der Krise / Rajoy anuncia más recortes y aumento del IVA

Daliy Mail, Großbritannien: sinnlose Projekte / ...die die Misere erklären / Carlos in La Provincia: Europa blickt auf Spanien / Ultima Hora: ...dessen Premier die MwSt erhöht / La Rioja: Teuerungsrate in Prozenten / Estban in La Razón: "unsere Rechnungen fließen in das Meer des Defizit



Spanien blutet. Nicht nur in Pamplona, wo zur Zeit die berühmten und berüchtigten Spiele von San Fermín stattfinden, bei denen es immer Verletzte und manchmal sogar Tote gibt. Auch auf den Straßen von vielen spanischen Städten und in Puerta del Sol in Madrid, wo meist junge Menschen gegen die Sparmassnahmen der Regierung demonstrieren. Das zweite Bild unten zeigt es überdeutlich.



Doch schauen Sie sich nochmal das erste Bild an. Es ist einer Londoner Zeitung entnommen, die zwar die Spanier für ihre schlimme Lage bedauert, doch sich auch über sie lustig macht. Denn die vorherige sozialistische Regierung wollte "Gutes" tun, indem sie staatliche Geschenke großzügig verteilte und megalomanische Projekte unterstützte. Ganze Straßenzüge mit leerstehenden Wohnungen, in denen viel Vermögen steckt... ein moderner, teurer Flughafen, von dem aber kein einziges Flugzeug startet...

Solche leichtfertigen "Investitionen" erklären aber nur zum Teil die spanische Misere. Diese wurde auch dadurch veursacht, dass Spanien viel zu spät auf die Herausforderungen der Globalisierung reagierte. Der rigide Arbeitsmarkt hat den Betrieben zu schaffen gemacht. Spanien hat Wettbewerbfähigkeit und somit auch Arbeitsplätze verloren. Junge, auch gut ausgebildete Menschen bekamen keine Chance. Korruption und Missmanagement kamen hinzu und erschwerten einen Ausweg aus der Krise.

Nun wird es für Spanien bitterernst. Immer mehr Menschen verstehen, dass das Land nicht ewig über seine Verhältnisse leben kann. Der neue Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht das durchzusetzen, was bereits vor über zehn Jahren in Deutschland für Unmut und soziale Unruhen sorgte: eine Art moderne Agenda. Diese beinhaltet Lockerung von Kündigungsschutz, Kürzungen von sozialen Leistungen, Abbau von Bürokratie und Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67. Für Deutsche klingt das nicht ganz unbekannt.

Zu alldem kommt die gestrige Ankündigung, dass die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent steigen wird. Eine bittere Pille. Alles wird teurer, wie die spanischen Medien bereits errechneten. Es sei denn, die Betriebe werden sich zügigst modernisieren und ihre Marktanteile erweitern. Die verschärfte Konkurrenz wird dann für bessere und preiswertere Angebote sorgen. Das wäre die gute, erhoffte Entwicklung, die Spanien tatsächlich aus der Krise führt.

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