Konfrontation am Nil: Islamisten verdrängen das Militär / Morsi reinstates Egypt parliament in defiance of military / מצרים שלי: מורסי תופס פיקוד

Al Shorouk: Morsy hat gewonnen / Al Ahram: die Pyramiden bekommen Burkas / Alwafd: Militär schließt das Parlament / ...doch Morsi öffnet es wieder / Al Masry Al Youm: "sehen Sie noch Märtyrer der Revolution?" / El Fagr: ...wo sind unsere Jobs?



דניאל דגן - Die Konfrontation zwischen Militär und Islamisten in Ägypten ist nun ganz offen. Es beginnt eine neue Runde in einem Machtkampf, der eigentlich seit über siebzig Jahren andauert. Nun aber haben die Islamisten zum ersten Mal wirksame Hebel zur Verfügung, mit denen sie die ägyptische Gesellschaft in ihrem Sinne gestalten können.



Diese Hebel sind der Präsidentenpalast und das Parlament. Das Militär hat sich damit abgefunden, dass mit Mohamed Morsi ein Islamist in das Amt des Präsidenten gewählt wurde. Doch bereits im Vorfeld hat es das Parlament aufgelöst, in dem die Islamisten das Sagen haben. Damit hat das Militär die Grenzen der islamistischen Machtübernahme abstecken wollen.

Die spielen jedoch nicht mit. Sie fühlen sich stark genug, um das Militär herauszufordern oder gar zu provozieren. Nach nur wenigen Tagen im Amt hat Morsi per Dekret verfügt, dass das Parlament wieder seine Toren öffnen wird. Das ist eine direkte Kampfansage, die das Militär nicht ohne Weiteres hinnehmen kann. Nun folgt eine juristische und politische Schlacht, die jeden Moment zu eskalieren droht.

Die Illustration oben bringen diese Entwicklung näher - und zwar aus ägyptischer Sicht. Die Amtseinführung von Morsi sorgte für Freude, da das Land endlich einen Präsident frei wählen konnte. Doch jetzt begreifen die Menschen, was dies im Einzelnen bedeutet. Die Burka kommt. Sie erobert die ägyptische Straße. Sie könnte bald auch noch die Pyramiden verhüllen und Ägypten in ein anderes Zeitalter zurückwerfen.

Vergeblich steuert das Militär dagegen. Wie oben zu sehen ist sprengte Morsi die Ketten, die Feldmarschal Mohamed Tantawi dem Parlament anlegte. Vom Ausgang dieser Konfrontation wird viel abhängen. Doch klar ist bereits, wer auf der Strecke bleibt. Die meist jungen, liberalen Menschen, die die Revolution ausgelöst haben. Sie haben gar keine Macht. Und bei der sich dramatisch verschlechternden wirtschaftlichen Lage haben sie auch immer weniger Jobs.

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