Israel: noch kann der Zusammenbruch abgewendet werden! / Netanyahu claims he is committed to an „equal sharing of the burden“ / האיום האמיתי על ישראל

Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Koalition mit Ultraorthodoxen darf nicht das A & O sein! / Yediot: ALLE müssen hin! / Moshik in Ma'ariv: SO soll es sein / Amos Biederman in Ha'aretz: Orthodoxe & Araber dienen / Or Reichert: Ihr müsst Euch verständigen / Elchanan Ben-Ori in Srugim: ...denn wir tragen eine große Verantwortung



דניאל דגן - Wenn Sie nicht gerade Israeli sind, werden Sie die folgenden Zeilen kaum verstehen. Ich bemühe mich dennoch, einige Einblicke in ein kompliziertes Thema zu gewähren, das die israelische Gesellschaft in absehbarer Zeit zum Zusammenbruch bringen kann. Lesen Sie bitte unbedingt weiter!

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Im Gegensatz zur geläufigen Meinung ist der arabisch-israelische Konflikt nicht das Hauptproblem Israels. Die jüdische Präsenz im eigenen Land war schon in der Antike höchst problematisch und immer wieder von Konflikten mit der Umgebung begleitet. Doch es sind nicht die Feinde Israels, die bereits zweimal einen jüdischen Staat im Land der Väter zerstört haben. Es sind die Streitigkeiten unter den Juden selbst, die letztlich für das Scheitern verantwortlich waren.

Die arabische Welt befindet sich gegenwärtig im Umbruch. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass kurz und mittelfristig eine islamistische Radikalisierung stattfindet. Zudem beharren alle arabischen Staaten und Kräfte - einschließlich moderate und weltlich orientierte Personen und Institutionen - auf das sogenannte "Recht auf Rückkehr" der arabischen Flüchtlinge. Damit meinen sie praktisch, dass sich Israel in einen arabischen Staat verwandeln soll. Das ist keine Grundlage für Ausgleich und Frieden.

Das Hauptproblem Israels ist der Umstand, dass immer größere Teile der Bevölkerung am Arbeits- und Produktionsprozess nicht in vollem Umfang teilnehmen. Gegenwärtig sind es bereits knapp 30 Prozent der Bevölkerung. Im Jahre 2030 werden es knapp 50 Prozent der Bevölkerung sein, wenn die jetzigen Tendenzen anhalten. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das ist auch der Punkt, an dem Israel als eine moderne Volkswirtschaft, als eine offene Gesellschaft und als Staat kollabieren wird. Der Zusammenbruch ist vorprogrammiert, ohne das die Feinde Israels auch nur einen Schuß abgeben.

Bei der jetzigen Krise in Israel geht es darum, diese Tendenz wieder umzukehren. Kann es klappen? Selbstverständlich, wenn man es will! Doch wichtige Fürsprecher der Bevölkerungsteile, die nicht die volle Last tragen, wehren sich noch vehement gegen einen Kurswechsel. Das sind ultraorthodoxe Juden einerseits und Vertreter der arabischen Minderheit andererseits. Zwei Bevölkerungsgruppen, die sich ansonsten in ihrer Grundüberzeugungen kaum mehr voneinander unterscheiden... doch beim Thema gerechte Lastenverteilung haben sie scheinbar ein gemeinsames Interesse, die notwendigen Reformen zu blockieren.

Die Reformen, die anstehen, lauten ganz einfach: jeder Bürger in Israel muss für seinen Lebensunterhalt arbeiten und von seinem Einkommen Steuer zahlen. Die relative Armut bei streng orthodoxen Juden sowie bei Arabern darf nicht durch noch mehr Zuwendungen des Staates sondern durch größere Teilhabe am Arbeitsmarkt und an Produktivität bekämpft werden. Zudem müssen endlich auch orthodoxe Juden sowie Araber bereit sein, entweder Militärdienst oder Ersatzdienst zu leisten. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, ist der drohende Zusammenbruch zu verhindern. Das ist im Interesse ALLER - auch und gerade der Bevölkerungsteile, die heute noch weitgehend am Tropf des Staates hängen.

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