Timbuktu – im Bann der Zerstörungswut! / Tombouctou: les islamistes continuent leur destruction / איסלאמיסטים מחריבים אתרי מורשת

Jeune Afrique: Mali aktuell / ORTM: Flucht vor Sharia / ...und Zerstörung der eigenen Kultstätte / Mamien Glez in Slate Afrique: warum und wieso? / El Watan, Algerien: arabisch-afrikanische Folklore / ...und Attentat gegen das kulturelle Erbe (Zeichnung: Hic)



דניאל דגן - Unfassbar aber wahr: Islamisten haben drei Mausoleen islamischer Heiliger in Timbuktu verwüstet. Ihre Zerstörungswut richtete sich inzwischen auch gegen weitere kulturelle Schätze, darunter wichtige Manuskripte von meist islamischen Gelehrten.



Einiges über die Motivation für diese Taten erfahren wir aus dem zeitlichen Ablauf. Die Verwüstung ereignete sich nur kurz nachdem das Unesco-Welterbekomitee die Mausoleen auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt hatte. Offenbar wollten die Islamisten ihre Verachtung für die Weltorganisation zum Ausdruck bringen. Aus ihrer Sicht wird die Unesco vom gehassten Westen beherrscht. Und das obwohl gerade diese Organisation besonders viel Rücksicht auf islamische Staaten und Gruppen nimmt - bis hin zur Duldung oder gar Unterstützung von islamistischen, gewaltsamen Strömungen in der arabischen Gesellschaft.

Die Zerstörung in Timbuktu ist sicherlich auch eine Konsequenz des langjährigen Bürgerkrieges in Mali. Das afrikanische Land ist nun gespalten. Die Islamisten, die den nördlichen Teil kontrollieren, wollen eine eigene Republik errichten, in der die Gesetze der Sharia - das muslimisch religiöse Recht - streng angewendet werden. Sie haben damit bereits begonnen und verschreckten viele Familien, die ihre Kinder aus den Schulen holten (zweite Illustration oben). Nun wollen die Islamisten einen Schritt weitergehen und moderate Glaubensgenossen in Afrika in die Schranken weisen.

In der Tat findet in Afrika eine Art Glaubenskrieg zwischen zwei unterschiedlichen Richtungen des Islam statt. Die Moderaten wollen zwar an den Grundsätzen ihrer Religion festhalten. Doch sie suchen eine erneute Auslegung der heiligen Schrift, um ihre Gesellschaft für die moderne Welt fit zu machen. Die Extremisten wollen alte Traditionen wortwörtlich umsetzen und keine Kompromisse zulassen. Ganz besonders wollen sie nicht erlauben, dass sich Frauen im Islam emanzipieren. Das ist ein entscheidener Punkt, der oft von westlichen Beobachtern unterbewertet wird.

Momentan scheinen die Extremisten Rückenwind zu haben. Nicht nur in Mali, wo sie in einen regelrechten Krieg verwickelt sind und ein Bedürfnis verspüren, ihre Umgebung (und eigentlich die ganze Welt) durch empörende Machtdemonstration in Angst und Schrecken zu versetzen. Islamsiten haben zurzeit Oberwasser auch in Tunesien, in Libyen und sogar in Ägypten.

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