Finale! Angriff auf deutsches Geld! / European Debt Union: Eurozone enters the Danger Zone

Der Standard, Wien: Torhüterin Merkel scheitert /NZZ sowie Die Welt: Angriff auf deutsches Geld / Financial Mirror, Nicosia: Krisenland Zypern führt Regie / Onlincy: es geht rauf und runter / Pame Gipedo: es brennt! / Star Pazar: türkische Zyprioten sauer auf EU



Bei dem heutigen Finale der europäischen Fussballmeisterschaft gibt es von vorne herein zwei Sieger. Egal, wer am Ende mehr Tore schießt. Denn Italiener und Spanier haben bereits gegen Deutschland gewonnen. Noch vor dem Anpfiff in Kiev schossen sie das entscheidende Tor auf das deutsche Sparschwein. Sie dürfen sich mit frischem Geld ohne Auflagen versorgen. Die europäische Schuldenunion wurde geboren!



Der lachende Dritte ist auch noch Frankreich, das sich zur Zeit bedeckt hält. Höchstwahrscheinlich wird auch Frankreich sehr bald Finanzbedarf anmelden, um die unverantwortlichen Wahlversprechen seines neuen Präsidenten (Rente mit 60!) einzuhalten. Durch die EU-Schuldenunion wird die Zinslast für Frankreich deutlich reduziert. Gewonnen ist gewonnen!

Es geht weiter nach Zypern, das ab heute den EU-Vorsitz übernommen hat. Diese kleine Inselrepublik hat vor wenigen Tagen ein Hilferuf an die EU gerichtet, da die wirtschatliche Kurve deutlich nach unten zeigte. Nun aber gibt es wieder Grund zum Optimismus. Europa will retten! Der Pfeil zeigt wieder nach oben! Auch wenn die Eurozone brennt und ausgerechnet Zypern den Einsatz der Feuerwehr sechs Monate lang koordinieren muss.

Das sorgt für Empörung bei den türkischen Zyprioten (letzte Illustration oben). Sie bezeichnen es als eine Schande, dass die EU dem griechischen Teil der Insel eine solche prominente Rolle zutraut. Für die türkische Bevölkerung ist Zypern ein umstrittenes Gebiet. Die Insel ist durch Mauern und Stacheldrhat geteilt, die weitgehend nach ethnischen und religiösen Linien gezogen wurden.

Diese kurze Übersicht ist keineswegs erfreulich. Sie erinnert uns daran, dass Lösungen noch lange nicht gefunden wurden. Weder für die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme noch für die Konflikte zwischen griechischen Orthodoxen und türkischen Muslimen. Das soll uns aber nicht die Freude auf ein spannendes Fussballspiel verderben. Gute sportliche Leistung kann ein schöner Trost sein. Zumindest für den heutigen abend.

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