Island wählt – den Präsidenten UND den kanadischen Dollar! / Will the Canadian Loonie fly all the way to Iceland? / איסלנד בוחרת נשיא ומטבע

Vestfirdir: Drachen und Monster / Visir: Alptraum Made in China / ...Rettung bei sinkendem Europa? / Reykjavík Grapevine: China sucht Annährung / ...während "Euromonster" auf Ablehnung stösst / der Präsident stellt sich wieder zu Wahl / Inform Canada: DIE Lösung!



דניאל דגן - Nicht nur bei katastrophalen Vulkanausbrüchen gibt es Grund, Island in die Schlagzeilen zu bringen. Auch wirtschaftlich macht das kleine Land immer wieder von sich reden. Denken Sie an die Banken-Krise von 2008, die Island besonders hart getroffen hat. Das war gewissermassen der Vorbote der großen Wirtschafts- und Finanzkrise, die globale Dimensionen bekam und immer noch hat.



Auch ganz aktuell dient Island als ein lehrreiches Spiegelbild von Umwälzungen, die um die Insel herum stattfinden und diese Republik stark beinflussen. Bei meinem heutigen, virtuellen Besuch in Reykjavik habe ich gleich drei markante Beobachtungen machen können.

Erstens: die Stellung der Europäischen Union. Schon seit langem erwägen die Politiker Islands, auf ihre Nationalwährung Kroná zu verzichten. Experten argumentieren, dass das kleine Land eine eigene Währung nicht braucht. In der Vergangenheit wurde häufig vorgeschlagen, der Eurozone beizuztreten. Dafür sprachen die traditionellen Bindungen an Dänemark sowie die intensiven Beziehungen zu Europa. Doch schon immer gab es Stimmen, die vor dem "Monster Europa" warnten. Reykjavik sucht weiterhin einen großen Partner. Allerdings nicht mehr Europa, das vielfach als sinkendes Schiff gesehen wird (zweite Zeichnung oben).

Zweitens: die Stellung von China. Die traditionsreichen Textilbetriebe in Island leiden schwer unter der billigen Konkurrenz aus dem Reich der Mitte. Doch China kann Island mit frischem Geld versorgen und ist zunehmend an Investitionen im Energiebereich interessiert. Vor kurzem besuchte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao Island und bot eine umfassende Zusammenarbeit an. Die 300,000 Isländer sehen diese Kooperation mit gemischten Gefühlen. Einerseits brauchen sie starke Partner. Andererseits befürchten sie fremde Dominanz, die ihre Lebensweise beeinträchtigen könnte.

Drittens: Die Stellung von Canada. Immer mehr Isländer spielen mit der Idee, den kananadischen Dollar als Währung des Landes einzuführen. Der Euro kommt wegen der Krise nicht mehr in Betracht. Der amerikanische Dollar scheint den Isländern "eine Nummer zu groß". Sie wollen nicht mit der Supermacht USA in Verbindung gebracht werden. Canada scheint die Lösung zu sein. Dort leben über 100,000 Isländer. Canada und Island sind durch die Arktik verbunden und haben viele gemeinsame Interessen. Die Loonie - wie die kanadische Münze gennant wird, nach dem Vogel Common Loon - könnte vielleicht bald nach Island fliegen.

Morgen übrigens steht die Wahl zum Präsidenten an. Diese garantiert Aufmerksamkeit für einige Stunden. Doch die wichtigere Wahl wird die anstehende Entscheidung sein, welche Währung in Zukunft einzuführen. Unabhängig vom Ergebnis des Urnengangs steht der kanadische Dollar hoch im Kurs.

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