Spanien und der Euro; Selbstwertgefühl und ökonomische Vernunft / España, a las puertas de pedir ayuda a Europa / ספרד נאלצת לבקש עזרה

Caín in La Razón: Emotionen vr. Vernunft / Sañudo: Spanien so gerettet? / Erlich in El País: Hilfe annehmen oder nicht? / El Roto: Geld gibt's nur für Geld! / El Mundo: Krise.. Spanien muss betteln... / Neues Deutschland: es wird wirklich eng



דניאל דגן - Merken Sie sich bitte diesen Satz: Ein Selbstwertgefühl zählt mehr als tausend Überzeugungen! Schauen Sie wie sich diese Aussage in der heutigen spanischen Realität widerspiegelt (erste Zeichnung unten). Dann verstehen Sie die gegenwärtige Krise um den Euro besser. Dann bekommen Sie Einsicht in die spanische Seele, die sich bis zum letzten Atemzug gegen den sogenannten Rettungsschirm wehrt.



Spanien ist eine große Nation. Es hat die neue Welt entdeckt. Es hat seine Sprache, seine Werte, seine Religion und seine Kultur über einen ganzen, riesigen Kontinent ausgebreitet. Es kann auf viele Errungenschaften sowie auf eine stolze Tradition zurückblicken. Und dennoch: Spanien kann sich aus eigener Kraft nicht mehr erholen. Spanien braucht Hilfe - und zwar dringend.

Diese Aussagen untermauern Bilder und Schlagzeilen, die ich heute aus spanischen Medien zusammengetragen habe. An Deutlichkeit fehlt es nicht. Man liest und und sieht und spürt den inneren Kampf, den heute viele Spanier durchmachen. Einerseits wollen sie sich auf ihre alten Stärken besinnen und sich selbst retten. Andererseits müssen sie die Hilfe annehmen, die ihnen Europa und internationale Institutionen anbieten. Sonst ist Spanien finanziell am Ende.

Spanien muss um Hilfe betteln? Wie zuvor Griechenland, Irland und Portugal? Das ist doch eine unmögliche Vorstellung. Das bewegt die Menschen und bringt sie auf ganz neue Gedanken. Vielleicht ist der Weg falsch? Vielleicht brauchen wir neue Ansätze, um wieder an alte Tugenden anzuknüpfen? Vielleicht gibt es andere Optionen als die, die uns der brutale Kapitalismus vorschreibt?

Dazu zitiere ich Christian Funke aus Frankfurt, der auf einen meiner Beiträge vor kurzem ausführlich und sehr engagiert reagierte. Er schrieb:

  "Deutschland - und nicht Frankreich - ist momentan dabei, Europa gegen die Wand zu fahren. Es ist doch ein Witz, dass Länder, die die Demokratie erfunden haben (Griechenland), aus denen die Renaissance kommt (Italien) oder stolze Seefahrernationen wie Spanien und Portugal auch bei sich eine Agenda 2010 einführen sollen, nur weil es die Deutschen so wollen. Und da ist Präsident François Hollande genau das richtige Gegengewicht, als Interessenverwalter des Südens, eine Rolle, die Frankreich traditionell wahrgenommen hat und nach Nicolas Sarkozy glücklicherweise wieder wahrnimmt... "Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass sich die Lage in Griechenland und Spanien etc. für die breite Bevölkerung verschlimmert und nicht verbessert hat, seit deutsche Rezepte dort angewendet werden? Es geht im übrigen nicht allein um Lebenserwartung, sondern um Produktivität, das ist die entscheidende Kennziffer. Tja und zum heiligen Land...eine starke kampffähige Histadrut (die größte Gewerkschaft) würde eben auch bewirken, dass die Arbeitnehmer in Israel eine bessere Position hätten..."

Die Worte von Herrn Funke machen deutlich: es gibt einen heftigen Richtungskampf. Es gibt verschiedene Konzepte, die zum erheblichen Teil ideologisch bedingt sind. Doch momentan überwiegen die Sachzwänge. Für akute, praktische Probleme müssen dringend Lösungen gefunden werden. Spanien hat keine Wahl. Es muss die angebotene Hilfe annehmen. Die europäische Union hat ebenfalls keine Wahl. Sie muss Spanien unter dem Rettungsschirm aufnehmen. Auch wenn es eng wird, wie Neues Deutschland - sozialistische Tageszeitung zurecht feststellt.

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