Von Chicago über Kabul bis Sana’a: mit Drohnen kann man die Gesinnung nicht ändern / Yemen: Al Qaeda affiliate behind blast / חיסולים ממוקדים גם בתימן

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דניאל דגן - Chicago in den USA und Sana'a im Yemen standen gestern für eine Kluft zwischen Wunschdenken und Realität. Diese Orte symbolisierten zugleich die gescheiterte Strategie des Westens im Kampf gegen den religiös motivierten Terror im Gewand von Al Kaida und anderen Organisationen.



In Chicago tagte eine Konferenz der Nato. Die üblichen Proteste gegen die Konferenzteilnehmer waren heftig, doch sie hielten sich in Grenzen. Chicago konnte sich gegen Chaos schützen und wurde für den wirksamen Einsatz der Polizei gelobt. Zum Thema Afghanistan hat man beschlossen, am Abzug der Nato-Truppen festzuhalten. Das ferne Land wurde zwar nicht befriedet. Doch es gibt einen Schimmer Hoffnung, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Zweckoptimismus war angesagt.

In Sana'a sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss dutzende yemenitische Soldaten mit in den Tod. Er war ein Moslem, der so viele Glaubensgenossen wie möglich töten wollte. Höchstwahrscheinlich handelte er im Auftrag von Al Kaida, die in Afghanistan angeblich geschwächt wurde. Schon seit langem hat die islamistische Organisation viele Anhänger im Yemen, wo sie ständig Gewalt verbreitet und einige Regionen praktisch kontrolliert.

Die yemenitische Regierung schafft es nicht, Al Kaida im eigenen Land zu bezwingen. Sie verlässt sich zunehmend auf den Westen, der auch hier die Bekämpfung des Terrors für das muslimische Land übernimmt. Nato kann oder will nicht große Kontingente zur Verfügung stellen. Dafür stützt sie sich auf technologische Errungenschaften und versucht immer wieder, durch gezielte Tötungen aus der Luft die Al Kaida Aktivisten auszuschalten.

Mit dieser Strategie verbucht man einzelne Erfolge. Doch sie ist keineswegs geeignet, das Land zur Ruhe zu bringen. Jede "gelungene" Tötung durch Nato-Drohnen verstärkt Gefühle der Ohnmacht und der Frustration in Teilen der Bevölkerung, die sich mit den Islamisten solidarisieren. Sie sehen buchstäblich die Überlegenheit des Westens, die es aus ihrer Perspektive zu bekämpfen gilt.

Wie bisher in Afghanistan geht es im Yemen nicht nur um die Ausbildung eigener Sicherheitkräfte. Es geht vor allem um die Gesinnung der Menschen. Es geht um nationale Versöhnung. Und es geht letztlich darum, dass die Araber und Muslime sich selbst in die Lage versetzen, Extremismus und Terrorismus aus eigener Kraft zu beenden. Erst dann haben Aufbau und Modernisierung eine realistische Chance.

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