Nato-Gipfel in Chicago: Harte Probe für die politische Solidarität / NATO summit to focus on winding down Afghanistan war / הטרור נמשך, נאט“ו מתקפלת

Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Wirtschaftskrise schockiert / Emre Ozdemir in Zaman: Nato zeigt Schwäche / Dagistan Cetinkaya: ...während Hydra Terror weiterhin droht /  The Nation, Islamabad: USA verletzt muslimischen Staat / Pakistan stoppt Nachschub / Beleidigunen machen den Ausgleich kaum möglich



דניאל דגן - Drei Entwicklungen werfen einen langen Schatten über den Nato-Gipfel, der in Chicago stattfindet: die anhaltende Wirtschaftkrise, die die politische Solidarität in der Allinaz beeinträchtigt; die nicht gerade glücklichen Umwälzungen in der arabischen und muslimischen Welt; und schließlich die Lage in und um Afghanistan, die im Zentrum der Beratungen steht.



Hier zeige ich Ihnen, wie alle drei Umstände miteinander zusammenhängen. Die Wirtschaftskrise - symbolisiert durch den griechischen Diskuswerfer - sorgt für offenen Streit unter führenden Mächten in Europa. Der neue französiche Präsident Francois Hollande droht mit Ausstieg aus dem europäischen Fiskalpakt und fordert provokativ die Einführung von Eurobonds. Denn aus eigener Kraft kann er die riesigen staatlichen Investitionen, die er für sein Land plant, nicht finanzieren. Zudem schert Hollande aus der Solidarität der Nato aus, indem er die französischen Truppen früher als vereinbart aus Afghanistan abziehen will.

Das einzige muslimische Nato-Mitglied, die Türkei, muss viele Tausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien aufnehmen. Das ist eine große Belastung, bei der die Türkei kaum auf Hilfe von Nato zählen kann. Von der Allianz kommen eben nur schöne Worte zur Situation. Taten bleiben aus. Die Türkei ist ohnehin über die Haltung ihrer Partner beim Thema Terror irritiert. Für Ankara ist die Hydra Terror vor allem durch die Gewaltanwendung aus Kurdistan belegt. Für den Westen ist der islamistische Terror das Hauptproblem. Wie eben in Afghanistan.

Am Hindukusch selbst läuft alles schief. Trotz über zehnjährigem Nato-Einsatz gibt es keine Beruhigung. Die Strategie von US-Präsident Barack Obama, Terrorismus durch gezielte Tötungen aus der Luft zu bekämpfen, bringt zunehmend Ärger mit Pakistan. Islamabad protestiert, indem es immer wieder den Nachschub für ISAF-Truppen in Afghanistan blockiert. Hier prallen Gegensätze aufeinander, die aus pakistanischer Sicht nur noch durch einen Kurswechsel der Nato und eine ordentliche Entschuldigung zu überbrücken sind. Kurzum: bei allen benannten Entwicklungen sitzt die Nato in der Klemme. Einen Ausweg wird der Gipfel von Chicago kaum bringen.

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