Gibraltar am Siedepunkt: der Konflikt eskaliert / Guardia Civil speedboats escort Spanish fishermen into disputed Rock waters

Stamps for Sale: Royal Visit Nostalgie / The Australian: Flammpunkt / El País: Streit um den Fels / Presseberichte zur Situation / La Linea, El Campo de Gibraltar: spanische Fischer beraten / The Gibraltar Inquirer: wir werden britisch bleiben!



Die Irritation zwischen den Königshäusern von Großbritannien und Spanien ist ganz offen. Bei den Feierlichkeiten zum Thronjubiläum von Queen Elisabeth wird Spaniens Königin Sofia fehlen. Damit protestiert ihr Land gegen den geplanten Besuch des britischen Prinzen Edward in Gibraltar. Zudem beschloss Madrid, seinen Anspruch auf das umstrittene Territorium dadurch zu untermauern, dass Schnellboote des Guardia Civil spanische Fischer in Gewässern um Gibraltar begleiten.



Spanische Zeitungen berichten ausführlich über die Vorbereitungen einer Konfrontation auf See. In der Stadt La Linea de la Concepción, direkt an der gut bewachten Grenze zur britischen Kronkolonie, werden die Fischer über die Lage unterrichtet. Sie betonen immer wieder, dass sie alle Streitigkeiten durch Verhandlungen beilegen wollen. Doch sie bekräftigen gleichzeitig, dass sie nicht bereit sind, auf ihre Rechte zu verzichten. Nach spanischer Lesart bedeutet es, dass die territorialen Gewässer um Gibraltar ein Teil von Spanien sind.

Großbritannien erwidert mit dem Argument, dass die Einwohner von Gibraltar völlig souverän sind. Und sie entscheiden sich immer wieder für den Verbleib in der britischen Monarchie. Darum auch die gelegentlichen königlichen Besuche auf dem Fels. Diese hochkarätige Visite sendet ein klares Signal, dass London entschlossen ist, "sein" Territorium auf der Spitze der iberischen Halbinsel zu verteidigen.

Die Souveränitätsrechte in Gibraltar werden oft als eine juristische Angelegenheit dargestellt. Das ist irreführend. Das Problem ist nicht juristisch sondern politisch. Die britische Herrschaft in Gibraltar ist zweifelsohne ein Überbleibsel der Kolonialzeit. Geografisch gesehen ist der strategisch wichtige Fels nun mal ein Teil Spaniens. Großbritannien kann es beim besten Willen nicht reklamieren.

Dieses Argument gilt allerdings auch für die spanischen Enklaven auf arabischem Territorium. Die Städte Ceuta und Melilla in Nordafrika können langfristig nicht ein Teil von Spanien bleiben. Auch dann nicht, wenn die Mehrheit ihrer Einwohner den Verbleib unter dem Schutz der spanischen Monarchie vorzieht. Genauso wie im Fall von Gibraltar ist der gegenwärtige Status von Ceuta und Melilla ein Anachronismus, der nicht ewig bestehen wird.

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