Griechenland, Spanien und der Euro: noch ist der Untergang nicht da! / Crackdown in Puerta del Sol; Last-ditch attempt to forge Greek unity government

El Punt Avui, Katalonien: Banken gewinnen, Arbeitslose leiden... Absturz... / Der Spiegel: Griechenland schwimmt sich frei / 20 Minutos: Szenario Austritt aus Eurozone / Herrmann in Tribune de Genève: Europa rebelliert gegen Sparpolitik / Cadena Ser: Polizei löst Demo auf / Ende der Welt angekündigt!



Wenn man an die Lage in Griechenland denkt, kann einem schlecht werden. Die Parteien blockieren sich gegenseitig. Die Pleite naht. Europa kann nicht mehr als Rettungsanker gelten, da die Mehrheit der Griechen die Bedingungen ablehnt, die mit den diversen Hilfspaketen einhergehen. Eine stolze und traditionsreiche Nation wie Griechenland muss sich selbst freischwimmen. In ägäischen und anderen Gewässern haben doch die Griechen eine lange Seefahrertradition. Nun sollen sie ihr Können unter Beweis stellen.



Diese Sichtweise bedeutet im Klartext, dass sich Griechenland vom Euro verabschiedet. Noch vor wenigen Monaten hat kaum jemand einen solchen Vorschlag in die Diskussion gebracht. Jetzt gewinnt diese Rettungsvariante immer mehr Anhänger. In Griechenland selbst und in ganz Europa. Die Griechen würden dann eine realistische Chance bekommen, ihre Wirtschaft durch eine kräftige Abwertung der Nationalwährung anzukurbeln. Ohne die angeblich bösen Deutschen, die alles überwachen und ständig herumkommandieren.

Die Variante Einführung der Drachme ist auch insofern naheliegend, weil sie im Einklang mit der politischen Stimmung in Griechenland steht. Sehr viele Griechen fühlen sich tatsächlich von Europa ausgenutzt und missbraucht. Sie argumentieren mit großer Überzeugung, dass ihr Land Opfer einer falschen europäischen Finanzpolitik wurde. Deutsche und andere in Europa denken dagegen, dass die Griechen ganz einfach undankbar reagieren. Die Kluft in der Gefühlslage ist nicht mehr zu überbrücken. Also raus aus der Eurozone.

Doch was wird mit Spanien geschehen, das ebenso hoch verschuldet ist? Und wie geht Europa mit der Forderung des neuen französischen Präsidenten François Hollande um, der bereits ausgehandelte Fiskalpakt nicht anzuwenden? Im Übrigen wird die Trennung Griechenlands aus der Eurozone sehr viele Milliarden Euro kosten. Die spanische Zeitung 20 Minutos (siehe oben) beziffert sie mit 276 Milliarden Euro, wobei der deutsche Anteil 77 Milliarden Euro betragen würde. Keine schöne Perspektive.

Bleiben wir noch eine Weile in Spanien, das von massiven Unruhen erschüttert wird. Die konservative Regierung von Mariano Rajoy will nicht eine Wiederholung der Zeltstadt im Zentrum von Madrid dulden. Gestern abend löste die Polizei gewaltsam den Platz Puerta del Sol. Die Stimmung ist geladen. Viele neue Protestaktionen werden bereits angekündigt. Die letzte Illustration ist eigentlich nicht auf den Euro bezogen. Doch sie drückt Hoffnungslosigkeit aus: die Apokalypse ist fast da!

Meine Leser will ich jedoch keineswegs mit dem Ende der Welt zurücklassen. Was ich heute zeige ist eine Momentaufnahme - auch wenn sie leider viel zu lange anhält. Ein Ausweg ist sicher möglich. Einige Ansätze und Ideen finden Sie in den Beitärgen unten.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Euro-Krise leicht erklärt / Only full integration can save Europe; but it’s nowhere near in the cards

Zeltstadt in Puerta del Sol: Revolution nun auch in Spanien!

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