Amman blickt nach Cairo: Revolution auch in Jordanien? / Jordan: calls for reform, not revolution / ‏ירדן: שד (המהפיכה הערבית) עדיין בבקבוק

Al Ghad, Amman: das ägyptische Volk trägt Priviligierte / Jordan Times: Anschläge in Sinai stoppten Gaslieferungen / Al Arab Al Yawm: Islamisten bekämpfen Militär / Al Shorouk , Cairo: Ausgangssperre verkündet / Dostor Asly: New Egypt? / Al Ahram: Wahlen gehen in Flammen auf



דניאל דגן - In Jordanien gibt es immer mehr Proteste gegen die Herrschaft von König Abdullah. In den letzten Monaten mussten mehrere Ministerpräsidenten zurücktreten. Sie wurden praktisch gezwungen, Verantwortung für Korruption und fehlende Reformen zu übernehmen. Doch Unzufriedenheit mit dem König selbst ist die Hauptursache der Demonstrationen, die immer wieder in Gewalt ausarten.



Über diese Umstände wird im Westen kaum berichtet. Grund dafür ist, dass der König bisher mit harter Hand die Protestierenden bremsen konnte. In anderen arabischen Staaten waren die Ausschreitungen auch viel blutiger. Ein weiterer Grund ist die besondere Stellung des Landes. Für den Westen gilt es als Garant der Stabilität und wird von den USA und Großbritannien massiv unterstützt. Zudem genießt Jordanien den Ruf als ein offenes und halbwegs demokratisches Land (was der Realität leider nicht entspricht).

In jordanischen Zeitungen sucht man vergeblich nach ehrlichen, wirklich kritischen Auseinandersetzungen mit der Situation. Die wenigen Zeitungen beschäftigen sich allerdings intensiv mit der explosiven Lage in anderen arabischen Ländern. Aus der Sicht der Staatssicherheitsdienste hat es für die Bevölkerung eine gewisse Ventilfunktion. Hin und wieder werden auch Demonstrationen gegen Israel zugelassen. Das kann dem König ebenfalls helfen, die Unzufriedenheit in eine für ihn ungefährliche Richtung zu lenken.

Zur Zeit wird in Jordanien oft gezeigt, wie sich die Lage in Ägypten entwickelt. Revolution hin oder her - jordanische Zeitungen dokumentieren Armut, Chaos und fehlenden Fortschritt am Nil. Das hat eine Signalwirkung. Vielleicht ist es doch besser, die Verhältnisse so zu belassen, wie sie sind. Kleine "Reförmchen", die der König angeblich anzustoßen versucht, sind möglicherweise besser als eine Revolution, die Gewalt auslöst und viel Leid mit sich bringt.

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