Duell Hollande-Sarkozy: der französische Hahn kräht! / French presidential run-off: both candidates bound to chase the extremes / צרפת: הישג לימין הקיצוני

Liberation: Spielverderberin Marine Le Pen / Montagne: nun kommt der Zweikampf / Shlomo Cohen, Jerusalem: der französische Hahn vor dem Duell / Ranson in Le Parisien: Hollande und Sarkozy auf Stimmenfang / Charlie Hebdo: Marine Le Pen beobachtet / Alex in Courrier Picard: ...wie Sarkozy Gotteshilfe sucht



Frustration, Unzufriedenheit und Wut bestimmten weitgehend die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Die Wahlbeteiligung war auch deswegen relativ hoch, weil viele Menschen gegen die Zustände im Land protestieren wollten. Etwa 35 Prozent der Wähler gaben ihre Stimmen für Parteien oder Kandidaten ab, die das bestehende politische und wirtschaftliche System ablehnen.



Mit knapp 20 Prozent ezielte die Rechtspopulistin Marine Le Pen das beste Ergebnis, das ihre Front National je verbuchte. Mit über 10 Prozent erzielte der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon ein beachtliches (wenn auch für ihn enttäuschendes) Ergebnis. Weitere fünf Prozent der Wähler drückten ihre Wut dadurch aus, dass sie Kandidaten am Rande der politischen Landschaft unterstützten. Teilweise solche, die ganz einfach Kuriositäten anbieten bzw. die gesetzlich vorgeschriebenen TV-Auftritte im Wahlkampf für einen Egotrip nutzten.

Nun kommt die zweite Runde, die natürgemäss einen ganz anderen Charakter hat. Nun können die Franzosen nicht mehr gegen etwas ihre Stimmen abgeben. Sie müssen sich für etwas entscheiden. Für das sozialistische Projekt von François Hollande, der das Blaue vom Himmel verspricht und (beispielsweise) die Rente mit 60 wieder einführen will. Oder für einen harten Sparkurs von Präsident Nicolas Sarkozy, der die Franzosen mit den Realitäten der weltweiten Wirtschaftkrise vertraut macht (und dafür abgestraft wurde).

Werden die Wahlen durch Empfehlungen entschieden, die die gescheiterten Kandidaten aussprechen? Keineswegs. Marine Le Pen kann nicht den Millionen Menschen Anordnung erteilen, die ihren gestrigen Erfolg möglich machten. Das gilt auch für Jean-Luc Mélenchon sowie für François Bayrou - der Kandidat der Mitte, der vermutlich das Amt des Ministerpräsidenten bei der nächsten Regierung anstrebt. Das gilt erst recht für alle anderen Kandidaten, die jeweils gerade zwei Prozent (oder weniger) der Wähler gewinnen konnten.

Jetzt werden die Karten neu gemischt. Wir werden einen harten, intensiven Wahlkampf erleben, der sicherlich manche Überraschungen mit sich bringt. Dabei wird die direkte Konfrontation zwischen François Hollande und Nicolas Sarkozy eine erhebliche Rolle spielen. Ein TV-Duell gilt bereits als sicher. Es könnten aber auch zwei oder drei sein. Der Machtkampf hat erst begonnen!

Lesen Sie bitte hier weiter:

Wahlen in Frankreich: ein bißchen Spaß muss sein! / Vers l’humour: Quand la France s’en va aux urnes

_________________________________

You are most welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Schlagwörter: , , , ,

Anmelden