Krieg um knappe Ressourcen? Argentinien verstaatlicht spanische Erdölfirma / Spain threatens ‚decisive‘ action as Argentina moves to nationalize oil industry / ארגנטינה מלאימה, ספרד מאיימת

Magú in La Jornada, Mexico: Spaniens Premier Rajoy setzt die Armada ein / ...nachdem Argentinien die Ölproduktion verstaatlichte / Clarin, Buenos Aires: das Gesetz wird begleitet / ...von starken Worten der Präsidentin / ...die als "Gesicht der Enteignung" kommentiert werden / Spiegel: Krieg um Öl?



דניאל דגן - Schauen Sie sich die Zeichnung unten links an. Sie sehen die spanische Armada, die abermals Südamerika zu erobern versucht. Im Text der Karikatur von Magú wird dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy unterstellt, dass er alte Konflikte um den Rio de la Plata wieder aufflammen lässt. Über diese wichtige Wasserstraße zwischen Argentinien und Uruguay kamen die Europäischen Kolonialmächte ins Landesinnere, um die Bodenschätze des Kontinents zu erschließen. Damals ging es um Gold und Silver. Heute geht es um Öl.



Bilder und Texte wie diese sind die Aufmacher in ganz Lateinamerika. Hunderte Millionen Menschen wachen heute mit der Vorstellung auf, dass Europa seine alte Vorherrschaft in ihren Ländern nicht aufgeben will. Gleichzeitig sind die Menschen darauf stolz, dass Argentinien entschlossen und offensiv dagegen vorgeht. Buenos Aires hat nämlich angekündigt, dass es seine Ölindustrie verstaatlicht. Das Volk jubelt!

Worum geht es beim aktuellen Streit? Die Website Hintergrund erklärt es ausführlich. Hier ein Zitat: "Argentinien hat erste Schritte zur Enteignung des multinationalen Petrochemie-Unternehmens, der Repsol-Tochter YPF, ergriffen. Dem Kongress wurde am Montag ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung vorgelegt. Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner begründete in einer Fernsehansprache die geplante Enteignung der vom spanischen Repsol kontrollierten, größten Erdölfirma Argentiniens mit dem Ausbleiben von Investitionen. Die Regierung hat die Mehrheit in beiden Parlamentskammern."

Mit der Verstaatlichung will Argentinien erreichen, dass seine Ölproduktion schnell gesteigert wird. Das würde das südamerikanische Land erheblich entlasten, das wieder in einer Krise steckt. Die Reserven sind enorm groß. Wie Präsidentin Cristina Kirchner feierlich verkündete gehören sie nun "dem Volk". Diese Ankündigung ist natürlich populistisch (wenn auch nicht ungerecht). Sie stärkt nationale Gefühle und hilft der Regierung innenpolitisch.

Der Konflikt mit Spanien ist vorprogrammiert. Doch er ist nicht der einzige, bei dem Argentinien nun an vorderster Front steht. Buenos Aires kämpft auch um die Kontrolle der Inselgruppe Malvinas, die nach lateinamerikanischer Lesart von Großbritannien besetzt gehalten werden. Auf diese Besatzung wird London (die die Malvinan Falkland Islands nennt) keineswegs verzichten. Dort wurde erst vor kurzem Erdöl und Ergas in großen Mengen gefunden!

Riskieren wir Kriege um knappe Ressourcen? Diese Vorstellung ist nicht von der Hand zu weisen. Das Öl wird immer teurer. Staaten, die Öl- oder Gasvorkommen entdecken, wollen sich unbedingt die Kontrolle über die neuen Felder sichern. Bei den aktuellen Konflikten mag sein, dass ein Ausgleich gefunden wird, der den alten Kolonialmächten gewisse Privilegien einräumt. Doch langfristig steht fest, dass die Völker Lateinamerikas auf ihre Rechte pochen und sich letztlich auch durchsetzen werden.

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