Erdogan: zwischen Kritik an Syrien und Unterstützung des Iran gefangen / Syria conference: Coalition moves to fund rebels / ארדואן בין איראן לסוריה

Ma'ariv, Tel Aviv: Bashar Assad tritt in die Fußstapfen seines Vaters / ...und kann aus dem russischen Schoß heraus agieren / Zaman: massive Kritik aus der Türkei / Haber: ...die auch wirtschaftlich immer stärker wird / Ha'aretz: doch auf dem regionalen Schachbrett unterstützt Erdogan letztlich den Iran



דניאל דגן - Zwischen Syrien und der Türkei gibt es eine schwierige Nachbarschaft. Es gab und gibt immer noch Spannungen und Streit um die Provinz Alexandretta (auch Hatay genannt) die von der Türkei besiedelt und annektiert wurde (ein  Zustand, der von Damascus nicht akzeptiert wird). Gegenwärtig aber steht der Bürgerkrieg in Syrien im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen.



Es ist völlig verständlich, dass die Türkei intensives Engagement zeigt. Knapp 100,000 Kriegsflüchtlinge aus Syrien leben bereits in der Türkei. Das ist eine ständige Belastung, die viele Probleme mit sich bringt. Im Übrigen wird der Aufstand in Syrien zum großen Teil von Gruppen gesteuert, die von der Türkei aus operieren. Waffenschmuggel und grenzüberschreitende Schießereien sind an der Tagesordnung.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan ist persönlich stark involviert. Bereits zum zweiten mal hat er eine internationale Syrien-Konferenz einberufen, um Druck auf das Regime von Bashar Assad auszuüben. Zudem spart Erdogan nicht an öffentlicher Kritik. Wiederholt fordert er Syrien dazu auf, die Repressalien zu beenden und echte, breitgefächerte Reformen zuzulassen. Damit will Erdogan seinen Führungsanspruch in der arabischden Welt bekräftigen.

Diese Politik hat allerdings eine Macke. Denn gleichzeitig ist Erdogan dabei, das Atomprogramm des Iran zu verharmlosen und das Regime der Ayatollahs diplomatisch zu unterstützen. Zudem erweitert er demonstrativ den Handel mit dem Iran, um die Sanktionen gegen Tehran zu durchkreuzen. Das passt mit einer Verurteilung von Syrien keineswegs zusammen.

Neben Russland ist vor allem der Iran dafür verantwortlich, dass sich die Assad-Dynastie in Syrien noch halten kann. Der Iran unterstützt Assad massiv - mit Waffen, mit Beratern und sogar mit Elitesoldaten, die immer wieder gegen die Aufständischen eingesetzt werden. Hat Erdogan etwa diesen Umstand übersehen?

Nein, natürlich nicht. Erdogan weiß sehr genau, was sich zwischen dem Iran und Syrien abspielt. Doch der türkische Ministerpräsident glaubt, dass er zwischen dem Westen und dem schiitischen Gottesstaat Iran immer noch jonglieren kann. Erdogan will eine Art osmanisches Reich wiederbeleben, das alle muslimischen Staaten im Nahen- und Mittleren Osten umfasst. Den Iran kann er bei diesem ehrgeizigen Projekt nicht außen vorlassen.

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