Der Papst in Lateinamerika: Weg der Freiheit? / „El Papa Benedicto XVI siempre quiso visitar Cuba“ / האפיפיור בדרך לקובה

L'Osservatore Romano, Vatikan: Weg der Freiheit? / La Jornada, Mexico: ...wird hier hinterfragt / Cinco de Septiembre: Cuba zelebriert den Papst / ...und stellt die USA als Satan dar / Granma : ...der wohl bald ganz untergeht / La Nueva Cuba: Regimegegner beklagen Willkur & Festnahmen



דניאל דגן - Nirgendwo ist eine Papstreise so kompliziert und so umstritten wie in Lateinamerika. Die Völker in diesem Kulturraum sind meist streng katholisch. Das gilt auch für diktatorisch regierte Länder wie Cuba und Venezuela, wo der Staat als Familienbetrieb geführt wird - angeblich nach sozialistischen, laizistischen Prinzipien der Gleichheit und Gerechtigkeit.



Papst Benedikt XVI traf zunächst in Mexico ein. Dort begrüßen ihn heute hunderttausende Mexikaner zu einer Messe unter freiem Himmel. In seiner Predigt will sich der Papst an ganz Lateinamerika und die Karibik wenden. Der Vatikan feiert diese Reise als den Anfang einer neuen Phase der Evangelisierung. Dies verbindet die katholische Kirche selbstverständlich mit Freiheit.

Doch die kritischen Stimmen sind nicht zu überhören. In mexikanischen Medien wird beklagt, dass die Kirche bestehende Machtstukturen unterstützt, die seit vielen Jahren für Unterdrückung, Armut und Korruption verantwortlich sind. Es gibt auch zahlreiche Demonstrationen gegen den Besuch. Junge Leute werfen der Kirche vor, sich mit den Herrschenden zu arrangieren, statt das Volk zu unterstützen.

Die nächste Etappe der Reise dürfte noch umstrittender und schwieriger sein. In Cuba versucht die herrschende Castro Familie, die Anwesenheit des Papstes als kirchliche Legitimation für das autoritäre Regime darzustellen. Wie oben zu sehen ist, zelebrieren offizielle Medien des Landes einen Papst, der angeblich das kubanische Modell segnet. Dies ist eine Aussage, die die Bilder klar suggerieren - auch wenn sie nicht von Benekidt XVI selbst kommt.

Darüber hinaus sind die häufigen, üblichen Sprüche gegen die USA und den Westen zu finden. Einige von ihnen habe ich hier in grafischer Form zusammengetragen. Das Regime "engagiert" sozusagen die höchste katholische Autorität, um seine Propaganda zu intensivieren und sie der eigenen Bevölkerung gegenüber glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Unklar ist, ob diese Strategie funktionert. Jedenfalls wird sie von oppositionellen Kräften entlarvt und auf das Schärfste kritisiert. In der letzten Zeichnung oben sehen Sie Berichte vom Internet-Portal La Nueva Cuba.

Drei Punkte werden hervorgehoben: der italienische Kardinal Bertone sieht eine Chance, dass der Besuch demokratische Kräfte stärkt; ein USA Senator stellt fest, dass die katholische Kirche in Cuba den Besuch missbraucht und somit dem Regime in die Hände spielt; schließlich wird berichtet, dass die Machthaber im Vorfeld des Besuchs viele Regimekritiker kurzerhand eingesperrt haben.

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