Gazastreifen: welches Spiel treibt der Iran? / Gaza militants reportedly accept truce / רגיעה או לא? נשבר לנו

Karte der Region / Herrmann in Tribune de Genève: Ägypten steht Kopf / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Strategen analysieren die Lage / Moshik in Ma'ariv: weiterschießen oder aufhören? / Biederman in Ha'aretz: "Iron Dome" im Einsatz / Or Reichert: es reicht!



דניאל דגן - Neue Runde der Gewalt aus dem Gazastreifen. Islamistische Gruppen haben hunderte von Raketen auf israelische Dörfer und Städte gefeuert. Was steckt dahinter? Wer ist daran interessiert? Warum waren die Angriffe diesmal besonders intensiv? Das erkläre ich weiter unten. Die Zeichnungen helfen mir, die Lage buchstäblich überschaubar zu machen.



 

  • Oben links sehen Sie die Karte der Region. Kontrahenten dieser Konfrontation sind der Iran und Israel. Die strategische Lage für Tehran hat sich geändert. Sein langjähriger Proxi Hamas, der in Gaza regiert, musste seine Zentrale in Damascus aufgeben. Zudem musste Hamas (vor allem unter Einfluss von Saudi Arabien) eine Annährung an Fatah wagen (eine palästinensische Organisation, die als etwas gemässigter gilt).
  • Iran reagiert auf diese Entwicklung, indem er radikale Gruppen in Gaza noch massiver als bisher unterstützt und sie zur Beschießung Israels auffordert. Sein Kalkül dabei ist, Israel zur Gegenreaktion zu provozieren. Das könnte die Herrschaft von Hamas in Gaza schwächen. Und das wäre momentan im Sinne des Iran.
  • In Ägypten, der unmittelbare Nachbar von Gaza, ist die Lage unklar. Die gemeinsame Grenze mit Gaza (die es ja schon immer gab - trotz der oft wiederholten Blockade-Lüge) könnte Kairo eigentlich dazu dienen, die Radikalen in Schach zu halten. Doch in Ägypten steht ja alles auf dem Kopf (zweite Zeichnung von links). Die Provokationen aus dem Iran zeigen Wirkung.
  • Das stellt Israel auf eine harte Probe. Jerusalem muss die Situation neu bewerten (dritte Zeichnung von links) und seine Reaktion sorgfältig abwägen. Man will keine Eskalation. Man will dem Iran nicht in die Hände spielen. Doch man muss die Bevölkerung schützen. Unbestraft dürfen die Terroristen nicht davonkommen.
  • Und das sind die Militanten, die auf Israel schießen (vierte Zeichnung). Sie bekommen moderne Grad Raketen aus dem Iran. Von dort bekommen sie auch Anweisungen, wann genau zu schießen und wann es zu unterlassen. Es ist ein großes, strategisches Spiel, das sicherlich auch mit den Sanktionen gegen Tehran zu tun hat.
  • Nun gibt es ein neues, wichtiges Instrument, das den Spielraum Israels etwas erweitert (fünfte Zeichnung). Es ist  das Raketenabwehrsystem "Iron Dome". Dieses vehinderte bisher, dass bei der aktuellen Runde der Gewalt Menschen in Israel getötet wurden. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak können eine gewisse Zurückhaltung an den Tag legen.
  • Dennoch: der öffentliche Druck auf die Regierung steigt erheblich. Viele Menschen verlangen, dass Israel in Gaza direkt interveniert, um der Beschießung ein Ende zu setzen. In der letzten Zeichnung hat Kollege Or Reichert den hebräischen Ausdruck נשבר לי (Deutsch: es reicht) mit Raketen versehen. In der Tat - es reicht.

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