Syrien, Libyen, Iran: der Wechsel muss von Innen kommen / Only Muslims can change their societies / חדשות מן החזית הערבית-מוסלמית

Voice of Iraq, Bagdad: arabische Liga wird tätig / Al Arabiya: ...mit diesem vorläufigen Ergebnis / Al Aharm, Cairo: Presse in Syrien verbannt / ...und Libyen sieht so aus / International Herald Tribune, Paris: Illusion Afghanistan Frieden / The Economist, London: kann man die iranische Bombe stoppen?



דניאל דגן - Vieles läuft schief in der arabischen und muslimischen Welt. Vieles läuft schief im Verhältnis dieser Welt zum Westen. Ich zeige Ihnen einige aktuelle Beispiele. Und ich versuche, die hier illustrierten Umstände auf einen Nenner zu bringen.

In Syrien hat Präsident Bashar Assad praktisch freie Hand. Er kann weiterhin den Widerstand gegen sein Regime mit brachialer Gewalt unterdrücken. Die einzigen, die ihn daran hindern könnten, sind die Araber selbst. Doch sie sind nicht in der Lage, sich auf ein wirksames Vorgehen zu einigen. Sie flüchten in verbale Proteste und in Ausreden. Sie erwarten praktisch, dass der Westen für sie interveniert.

Das schlimme Ergebnis zeigt uns Al Arabiya (zweite Illustration von links). Viele Leichen. Kein Entkommen. Auch nicht für westliche Journalisten, die sich in die umkämpften Städte wagten. Da, wo der Westen intervenierte, sieht es auch nicht so rosig aus. Es häufen sich Berichte, dass in libyschen Gefangenenlagern gefoltert wird. Die ägyptische Zeitung Al Ahram zeichnet das Land als ein Gefängnis. Verschiedene bewaffnete Gruppen begleichen ihre gegenseitigen Rechnungen mit brutaler Gewalt.

Afghanistan war mal ein Lichtblick. Denken Sie an die vielversprechende Afghanistan Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn. Hoffnung lag in der Luft. Entwicklungshilfe war angesagt. Frauen konnten endlich Schulen besuchen. Pressefreiheit feierte Hochkonjuktur. Am Hindukusch wurde angeblich Deutschland verteidigt...

Doch was nun? Soldaten und Polizisten, die vom Westen ausgebildet wurden, schießen immer wieder auf Angehörige der Nato-Truppen. Allmählich kapiert man, dass es gar nicht um Ausbildung mit der Waffe geht. Es geht um die Gesinnung. Es geht um das weitverbreitete Gefühl, dass der Westen versucht von Aussen seine Werte aufzuzwingen.

Der Iran ist ein Fall für sich. Doch auch da zeigt sich, wie sehr das Misstrauen dem Westen gegenüber Gesellschaft und Politik beeinflusst. Die Ayatollahs nutzen das aus, um ihre Unterdrückung zu rechtfertigen und zu untermauern. Für Arabien, für den Iran sowie für die ganze muslimische Welt gilt: der überfällige Wechsel kann nur von Innen kommen.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Tour d’horizon Arabien: Schatten soweit das Auge reicht

Bonner Konferenz: märchenhafter Petersberg…

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