Iran tritt gegen Israel an: künstlerische Konkurrenz auf dem Schlachtfeld Hollywood / A Footnote on A Separation and on Oscar / הערת שוליים על פרידה ועל הוליווד

Ronny Gordon in Jerusalem Post: diese Schlacht vergessen wir mal / Kianoush: ...denn trotz Zensur in der Heimat / Separation : ...glänzt dieser iranische Film / Footnote: Konkurrenz kommt aus Israel / Academy: das ist der begehrte Preis / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: welcher ausländischer Film bekommt den Oscar?



דניאל דגן - Vor einigen Tagen haben Frau Saba Farzan und ich bei einer Phoenix Runde zum Thema Iran mitgewirkt. Die Iranerin und der Israeli. Viele Zuschauer haben wohl erwartet, dass wir vor der Kamera heftig streiten. Frau Farzan sollte die Angst der Menschen in Tehran vor einem möglichen Angriff auf die Nuklearanlagen ihres Landes beschreiben... von mir wurde quasi verlangt, dass ich einen baldigen Angriff ankündige...



Es kam aber ganz anders. Wir haben uns gut verstanden. Saba schilderte die Bestrebungen der Zivilgesellschaft im Iran nach Freiheit. Ich betonte die traditionsreiche Freundschaft zwischen Iranern und Juden, die bis in die Antike zurückreicht. Und ich habe darauf hingewiesen, dass viele jüdische Flüchtlinge aus dem Iran in Israel leben und das Land an entscheidenden Stellen mitprägen.

Iran ist nicht nur Atombombe. Israel ist nicht nur die weltweite, obsessive Beschäftigung mit dem arabisch-israelischen Konflikt (der immer wieder - fälschlicherweise!- als "DER Nahostkonflikt" bezeichet wird). Diese meine These wird heute Nacht in Hollywood vor vielen Millionen Zuschauern aus aller Welt belegt. Zwei Filme aus den genannten Ländern werden präsentiert. OHNE Atom und OHNE Konflikt mit Nachbarn.

Aus dem Iran und aus Israel kommen nämlich sehr gute Filme, die in der Kategorie Best Foreign Language Film gegeneinander konkurrieren. Schöne, spannende Konkurrenz! Ich bin natürlich ein israelischer Patriot. Doch ich hoffe fast, dass der iranische Film gewinnt. Das Familiendrama A Separation gewährt seltene Einblicke in eine geschlossene Gesellschaft. Das ist für uns alle wichtig. Besonders in dieser Zeit.

Es kann natürlich anders kommen. Es kann sein, dass weder Iraner noch Israelis den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekommen. Für die Filmemacher aus dem jeweiligen Land wäre das natürlich enttäuschend. Doch der Gewinn ist bereits da. Er besteht in der künstlerischen Faszination und in der friedlichen Konkurrenz. Die Spannung steigt!

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