Eurokrise & kein Ende: wenn ich Grieche wäre… / Bailout endorsed but new crisis looms / לו הייתי יווני

The Economist, London: im Wald verirrt / Vancouver Sun: Europa dreht sich im Kreis / Gianelli in Corriere della Sera: deutsches Übergewicht / Ventura y Coromina in La Vanguardia, Barcelona: Sparschere im Einsatz (hier Merkel & Premier Mariano Rajoy) / ...bringt schwarzen Karneval / North Cyprus Daily: glückliche Griechen? möglich ist es schon!



דניאל דגן - Da ich weder Deutscher noch Grieche bin, kann ich souverän über die aktuelle Krise zwischen beiden Ländern sprechen. Ich werde meine Gedanken kurz, prägnant und sachlich formulieren. Bitte nehmen Sie mir meine Ratschläge ab. Ich bin ja unbefangen.



Erste Feststellung: die gegenwärtigen Bemühungen zur Rettung Griechenlands bringen nicht das erhoffte Ergebnis. Mit dem hart verdienten Geld aus verschiedenen Fonds kann man höchstens einen Teil der Schulden zahlen. Neue Verpflichtungen kommen immer wieder dazu. Die nächste Krise ist bereits am Horizont. Impulse für Wachstum fehlen. Eine echte Verbesserung ist nicht in Sicht.

Zweite Feststellung: der gewählte Rettungsweg bringt die Völker gegeneinander auf. Immer mehr Deutsche glauben, dass sie zu Unrecht für die Schulden von Griechen gerade stehen müssen, die ihr Haus nicht in Ordnung bringen. Immer mehr Griechen glauben, dass die Deutschen dabei sind, ihr Land oder gar Europa zu beherrschen. Dieser vorprogrammierte Zwist hat nicht nur politische und historische Dimensionen. Auch wirtschaftlich wirkt er verheerend. Arbeitsniederlegungen, Demos,  materielle Schäden...

Wenn ich Deutscher wäre, würde ich den Griechen sagen: wir haben alles getan, um Ihnen zu helfen. Mehr ist nicht drin. Nehmen Sie es bitte nicht übel, wenn wir nun einen Punkt setzen. Sie sind doch eine alte Seenation. Jetzt schwimmen Sie bitte alleine. Setzen Sie die große Energie frei, die in Ihrem geschichtsträchtigen Land steckt. Sie haben jede Chance, Griechenland neu zu erfinden.

Wenn ich Grieche wäre, würde ich den Deutschen sagen: gute Anregung! Sie ist aber nur zu realisieren, wenn wir uns für eine Weile trennen. Wir führen unsere alte, geliebte Drachme wieder ein. Wir entdecken, was in uns steckt. Wir machen uns für Investitionen attraktiv. Wir krempeln die Verwaltung um. Wir gucken mal genauer hin, wo unsere vielen reichen Landsleute ihr Geld horten. Und wir kommen wieder gesund und gestärkt in die Eurozone zurück!

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