Joachim Gauck wie ich ihn kenne / German parties agree on new president / פגישות עם הנשיא החדש של גרמניה

Martin Erl: die Kandidaten vor zwei Jahren / Neues Deutschland: was ist im Angebot? / Klaus Stuttmann im Tagesspiegel: Spedition im Einsatz / Berliner Kurier: Gauck! / Berliner Zeitung: ...der Bürgerrechtler / RP Online: ...der Leiter der Gauck-Behörde / Realitatea, Rumänien: ...der Pastor, der Präsident wird



דניאל דגן - Joachim Gauck kenne ich seit vielen Jahren. Wir haben auch schon mal in einer Runde über verschiedene Themen diskutiert - etwa die Deutsche Frage. Er kam mir stets sehr ernst und glaubwürdig vor. Er zeigte lebhaftes Interesse an meiner journalistischen Arbeit. Er wollte aus erster Hand mehr über mein Land erfahren.



Unsere letzte Begegnung war ein purer Zufall. Es war im Zug. Er saß allein in einem Abteil und sortierte Visitenkarten. Ich ging vorbei und nickte mit dem Kopf. Er fragte, wo ich Platz nehme. Später trafen wir uns im Speisewagen zum Kaffee. Ein Termin, wie sich das gehört. Ohne Sekretariat und Pipapo.

Gauck war erstaunlich offen. Es schien mir fast so, als ob er seine Gedanken und Pläne testen wollte. Wir sprachen über Deutschland, über Europa und über das Verhältnis zu anderen Regionen der Welt. Doch vor allem sprachen wir über seine politische und publizistische Arbeit. Es wurde ziemlich persönlich.

Bei einer anderen Begegnung, Jahre zuvor, sprachen wir über die kurze Karriere von Gauck als TV-Moderator beim ARD. Es war ein Zwischenspiel, in das er nicht unbedingt passte. Die Popularität von Gauck ließ sich in dieser Rolle nicht in Quoten ummünzen. Der Pastor, Bürgerrechtler, Politiker und für eine Weile auch Journalist hat daraus seine Lehre gezogen.

Als Gauck noch die Gauck-Behörde leitete erzählte ich ihm von meinen Aufenthalten in der ehemaligen DDR. Meistens waren es organisierte Reisen für Journalisten. Doch immer fand ich die Möglichkeit, die kleine Gruppe für eine Zeit zu verlassen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Gauck ging fest davon aus, dass ich eine Akte bei der Stasi hätte und bot an, Einsicht zu gewähren.

Von diesem Angebot habe ich nie Gebrauch gemacht. Ich habe mir gedacht: warum soll ich Zeit verschwenden um in Bergen von Akten zu wühlen? Was kann schon dabei herauskommen? Stasi hin oder her. Meine Aktivitäten kenne ich selbst am besten.

Was ich von Joachim Gauck weiß überzeugt mich: dieser Mann ist geradlinig. Er ist ehrlich und offen. Er kann zuhören. Er kann Vertrauen schenken und somit auch Vertrauen gewinnen und Sympathie wecken.

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