China & Russland legen Veto ein: auf diesen Krücken kann sich Assad noch lange halten / Syria saved by Russia, China at the UN / רוסיה וסין נגד הדחת אסד

Adams in The Telegraph, London: Westen dreht an Sanktionen-Hahn gegen Iran / Li Feng in China Daily: ...und will auch Syrien knacken / Viktor Bogorad in The Moscow Times: Realpolitik à la Putin / Yelkin in RiaNovosti: ...erfordert guten Überblick / ...und diese Machtdemonstration in Syrien! / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom, Jerusalem: Assad kann sich doch noch halten!



דניאל דגן - Die Kälte aus Sibirien hat uns in diesen Tagen wieder. Ist das nur klimatisch bedingt? Oder friert auch die politische Atmosphäre zwischen Ost und West ein? Erleben wir bereits den 2. Kalten Krieg?



Ich habe mich heute morgen schlau gemacht. Und ich komme zu dem Schluss, dass sich die alten Rivalitäten vom 1. Kalten Krieg gewissermaßen wiederholen. Natürlich in neuem Gewand. Selbstverständlich unter ganz anderen Voraussetzungen. Doch sie sind wieder da. Das deuten Schlagzeilen in Moskau und Peking an. Das kommt in vielen Kommentaren zum Ausdruck. Das ist eine neue Realität, die den Anspruch der aufsteigenden Weltmächte China und Russland reflektiert.

Im Iran wollen China und Russland nicht zulassen, dass der Westen das Regime der Ayatollahs destabilisiert und womöglich zu Fall bringt. Keiner weiß, was danach kommt. Keiner kann das Geschehen im Iran von Aussen kontrollieren. Also muss man sich mit dem bestehenden System arrangieren. Notfalls auch mit einem atomaren Iran, der ein Gegengewicht zu anderen (vom Westen unterstützten) regionalen Mächten wie Saudi Arabien darstellt.

In Libyen haben China und Russland mit Argwohn verfolgt, wie die alten Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien das Land praktisch übernahmen. Natürlich mit Blick auf die großen Erdölvorkommen. China und Russland sehen eine von Aussen gelenkte Arabische Revolution, die allerdings nur da unterstützt wird, wo es dem Westen passt. In Saudi Arabien und Bahrain duldet der Westen ja die brutale Unterdrückung der Protestbewegung.

Die Schlussfolgerungen für Peking und Moskau: wir durchkreuzen die Strategie des Westens. Wir lassen alte Freunde und Alliierte nicht fallen. Die Lage in Syrien ist viel komplizierter, als es in den westlichen Medien dargestellt wird. Man muss Geduld haben. Eine nationale Aussöhnung wird kommen. Und bis dahin soll das Regime von Präsident Bashar Assad auch noch militärisch unterstützt werden.

Die Empörung über diese Haltung ist verständlich. Doch das ist die neue Realpolitik, die Russland und China betreiben. Die Gefahr einer großen Konfrontation zwischen Ost und West besteht nicht. Aber Russland und China sind entschlossen, keine einseitige Einflussnahme des Westens mehr zu akzeptieren.

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