Unterricht für Anfänger über die jüdische Nakba / Why is Europe ignoring the plight of Oriental Jews? / גידו וסטרוולה: שיעור למתחילים על יהודי ערב

Zeitschrift der Juden aus Babylon: Erinnerung an alte Kultur / ...und an Pogrome in Bagdad / Eran Wolkovki in Ha'aretz: Lapid gründet eine neue Partei / Or Reichert: Netanyahu gewinnt zwar die Primaries  / Shlomo Cohen: ...doch er muss weiterhin seinen Rivalen ertragen /  Jerusalem Post: Studium in und über Israel



Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle besucht Israel und absolviert die üblichen Termine. Wird das den Frieden näher bringen? Leider nicht. Das liegt an mehreren Gründen, die immer wieder in diesen Seiten erläutert werden. Zum GROßEN Teil liegt es daran, dass die Gastgeber von Herrn Westerwelle ihm die Hälfte des jüdischen Staates gar nicht zeigen. Nämlich die orientalische Hälfte.



Ganz aktuell hat es Westerwelle versäumt, an einer Zeremonie teilzunehmen, die an die jüdische Nakba erinnert. Sie fand in diesem Zentrum von jüdischen Flüchtlingen aus Babylon statt. Man ehrte irakische Juden, die noch in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Bagdad verfolgt und ermordert wurden. Dabei hat man wieder auf das Schicksal von jüdischen Menschen im Orient hingewiesen, die aus arabischen und muslimischen Ländern flüchten mussten.

Diese Flüchtlinge machen die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Israels aus. Eine Tatsache, die bei der Beilegung des arabisch-israelischen Konfliks eine Schlüsselrolle spielen muss und spielen wird. Doch für die deutsche (und europäische) Aussenpolitik ist das ein leeres Blatt. Das muss sich ändern. Das wird sich ändern. Darum empfehle ich Herrn Westerwelle, sich hier und anderswo zu informieren. Er möchte bitte auch diesen Artikel übersetzen lassen sowie mit meinem Freund Mordechai Ben-Porat sprechen, der sich gut auskennt.

Was tut sich sonst in Israel in diesen Tagen? Das zeigen teilweise die Illustrationen oben. Mein Kollege Yair Lapid hat eine erfolgreiche journalistische Karriere aufgegeben, um sich politisch zu engagieren. Mit einer eigenen politischen Kraft will er Reformen anstoßen. Vor allem will er dafür sorgen, dass Lasten gerechter verteilt werden und dass alle Teile der israelischen Gesellschaft Militär- oder Zivildienst leisten. Auch Ultraorthodoxe. Auch Araber. Dazu wünsche ich viel Erfolg!

Im Übrigen erlebt auch Israel eine Phase von Primaries. In der Likud Partei konnte sich Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gegen Moshe Feiglin durchsetzen. Zuvor gab es Vorwahlen bei der Arbeitspartei. Demnächst wird es welche in der größten Oppostionspartei Kadima geben. Ansonsten kann man sich darüber freuen, dass im internationalen Vergleich in Israel sehr viel studiert wird.

Herr Westerwelle möchte dem Beispiel folgen. Bis zu seinem nächsten Besuch kann er sich mit Fakten und Erkentnissen über ALLE Flüchtlinge im arabisch-israelischen Konflikt auseinandersetzen. Ich bin gerne bereit aus eigener, persönlicher Erfahrung von Ägypten zu berichten. Auch und gerade in Deutschland: das Thema jüdische Flüchtlinge aus Arabien darf kein Tabu mehr bleiben.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Ahituv, Israel: Flüchtlinge aus dem Irak produzieren die besten Gurken der Welt!

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