Obama und ich zur Lage der Wahlkampf-Nation USA / Stump Speech of the Union 2012 / נאום לאומה: אובמה מפגין נחישות

New York Post: Rede zur Lage der Nation als Wahlkampf-Bühne (Zeichnung: Sean Delonas) / Wuerker in Politico: der politische Gegner lauert und trickst aus / Jim Morin in Miami Herald: Steuerungerechtigkeit bildlich dargestellt / Ventura & Cromina in La Vanguardia: Auflösung von Guantanamo? Fehlanzeige! / Patrick Chappatte in International Herald Tribune: Kampf um die Gunst der republikanischen Wähler 



דניאל דגן - Das müssen Sie erlebt haben. Vielleicht der größte Moment des mächtigsten Mannes der Welt. Seine Sternstunde. Und zugleich ein Schlüsselereignis im amerikanischen politischen Kalender. Der Präsident betritt den überfüllten Saal des USA Congress, um über die Lage der Nation zu berichten. Ganz America ist Ohr. State of the Union!



Die amerikanische Nation fühlt sich hinter ihrem Staatsoberhaupt geeint. Jeder sucht die Aufmerksamkeit des amtierenden Präsidenten. Jeder will seine Hand schütteln. Auch die bittersten politischen Gegner hören höflich zu. Hin und wieder klatschen sie sogar mit, wenn der Präsident die Gemeinsamkeiten hervorhebt.

Allerdings: in einem Wahljahr bekommt das Spektakel eine andere Dimension. Der Präsident richtet seine Worte an die Amerikaner als Wähler. Er zählt seine Erfolge in den letzten Jahren auf. Und er legt eine Agenda vor, die sich praktisch mit seinem Wiederwahl-Programm deckt.

  • Oben links sehen Sie, was ich hier zu beschreiben versuche. Die konservative New York Post spricht ungeschminkt von einer Stump Speech - Wahlkampfrede. Der Karikaturist Sean Delonas behauptet zudem, dass Barack Obama immer noch versucht, eine schwache Ausrede für den schlechten Zustand der Wirtschaft zu finden. Er schiebt nämlich die Verantwortung für die Krise auf seinen Vorgänger.
  • In Politico zeigt Wuerker, wie die republikanische Mehrheit im Kongress den Präsidenten in die Falle zu locken versucht. John Boehner, der Speaker, mobilisiert seine Partei um die Agenda des Präsidenten zu durchkreuzen. Bei State of the Union sitzt Boehmer direkt hinter Obama und lauert auf seine Fehler. Jeder Satz ist wichtig. Für jede Aussage müssen die Republikaner stichhaltige Gegenargumente finden!
  • Die Debatte dreht sich vor allem um die Wirtschaft. Obama plädiert für höhere Steuer auf Wohlhabende. Wie eben sein möglicher Herausforderer Mitt Romney, der um die Kandidatur der Republikaner kämpft. In Miami Herald zeigt uns Jim Morin, dass der schwere Millionär Romney nur 15 % Steuer zahlt, während viele Amerikaner der Mittelschicht 30 % an den Staat abführen müssen.
  • Aussenpolitik ist ein weiteres wichtiges Thema. Der Präsident gibt sich als Hardliner. Er hat Bin Laden töten lassen. Er lässt alle Optionen offen, um die iranische Atombombe zu stoppen. Wie uns die spanische Zeitung La Vanguardia zeigt, behält Obama sogar das viel kritisierte Gefangenenlager Guantanamo aufrecht. Innenpolitisch hilft es ihm, die Argumente der Republikaner zu konterkarieren.
  • Apropos Republikaner (mit dem Wappentier Elefant): in dieser Partei tobt ein Machtkampf um die Kandidatur zum Amt des Präsidenten. Nächster wichtiger Termin sind die Primaries im Bundestaat Florida. Patrick Chappatte sieht ein Duell zwischen Mitt Romney und Newt Gringich. Wer von den beiden wird gewinnen und womöglich die nächste große Rede zur Lage der Nation halten?

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