Bonner Konferenz: märchenhafter Petersberg… WEIT weg von den Bergen des Hindukusch… / Western powers vow continued support for Afghanistan / עתיד אפגינסטן: בבון מדברים, בקבול מתפוצצים

Kabul Press: Gewalt, Unterdrückung, Zersplitterung / The Daily Afghanistan: Schätze in den Bergen (gehören nun Indern & Kanadiern) / Outlook Afghanistan: können sie zusammenarbeiten? (Pakisten war in Bonn NICHT vertreten!) / ...was bringt die Bonner Konferenz, wenn Afghanistan so aussieht? / Afghan Online Press: Optimismus ist Alles! Happy News aus Afghanistan!



דניאל דגן - Die Bonner Konferenz über die Zukunft von Afghanistan habe ich nicht in Bonn beobachtet (wo ich übrigens längere Zeit als Beobachter tätig war). Ich habe es vorgezogen, dieses wichtige Ereignis über Gespräche mit Afghanen und über Lektüre von afghanischen Medien zu beobachten. Ich habe mir überlegt: was in Bonn debattiert und entschieden wird, mag wichtig sein. Der Rahmen etwa - der Petersberg, der zum Siebengebirge gehört - ist bekanntlich wunderschön... doch ist es nicht vielleicht zu märchenhaft? Was hat es mit den Realitäten in Afghanistan selbst zu tun?



Hier sind meine Befunde. Ich habe entdeckt (eher gesagt, wiederentdeckt), dass die Situation in Afghanistan nicht das hergibt, was die Konferenzteilnehmer beabsichtigen. Die nun beschlossene finanzielle und andere Hilfe ist sicherlich sehr zu begrüßen. Doch sie ist kein geeignetes Mittel, um die Zersplitterung und die tiefen Gräben in der afghanischen Gesellschaft zu überbrücken. Das ist jedoch das eigentliche Thema, mit dem man sich hätte beschäftigen müssen.

Die Bestätigung dieses Befundes kam auf eine traurige Art und Weise. Gestern sind wieder Bomben in Kabul hochgegangen. Dutzende Opfer sind zu beklagen. Viele Menschen sind verletzt und werden lebenslang leiden. Die Explosionen ereigneten sich bei einer religiösen Prozession der schiitischen Minderheit. Es war ungewöhnlich. Eine solche konfessionell motivierte Gewalt gab es in Afghanistan bisher nicht. Auch für sehr gute Kenner von Afghanistan bleibt es rätselhfat, wer hinter den Anschlägen steht.

Doch eins ist klar: in Afghanistan klappt die innere Versöhnung nicht. Diese kann vom Westen her kaum beeinflusst werden. Auch mit viel Geld nicht! Entwicklung und wirtschaftliche Erleichterungen bringen nicht unbedingt Aussöhnung unter den rivalisierenden Kräften. Dafür gibt es keinen Automatismus. Im Westen (und somit auch bei der Bonner Konferenz) geht man irrtümlich davon aus, dass Geld die Gesinnung ändert. Das ist aber nicht zutreffend. Weder für Afghanistan noch für Arabien.

Daher die folgende Anregung: die nächste Afghanistan Konfrenez sollte man nicht auf dem Petersberg abhalten, sondern in den Bergen des Hindukusch. Da sind alle afghanischen Gruppen zuhause. Und auch noch die paktistanischen Gruppen, die in dieser Region weitgehend das Sagen haben. Da kennen sich alle Akteure untereinander sehr gut aus. Nur da haben sie die Chance, sich auf die Zukunft ihres Landes zu einigen. Weit weg von der zauberhaften Landschaft am Rhein. Weit weg von den Illusionen.

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