Vorerst gescheitert (die Revolution): Arabien zieht Konsequenzen / Tribute to His Majesty… Stability praised as key economic factor in much of the Arab World / מהפיכה מקלקלת את הכלכלה

Al Rroya, Muscat: die Finanzmärkte verrückt spielen / die Festung Europa brennt / Al Shabiba: amerikanische Hilfe kann so enden / wir verlassen uns auf uns selbst / Oman Daily: ...und auf den Sultan, der Bildung & Stabilität garantiert



דניאל דגן - Die Überschrift passt eigentlich zu Guttenberg. Über ihn und die Plagiataffäre-ohne-Ende habe ich bereits mehrmals geschrieben. Den Vorgang um den ehemaligen Verteidigungsminister habe ich mit einem ähnlichen, andauernden Skandal verglichen. Doch hier geht es um die Arabische Revolution. In mehreren Ländern wurde sie kurzerhand unterdrückt. Da, wo sie scheinbar gelungen ist, hat sie die Machtübernahme von Islamisten begünstigt. Ein klarer Fall also, bei dem der Ausdruck Vorerst gescheitert haargenau passt.



Wenig Beachtung fand bisher der Umstand, dass im bisherigen Verlauf die Arabische Revolution sehr negative wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Instabilität ist Gift für die Wirtschaft. Investoren verlassen Länder, in denen es Unruhen und keine klare Perspektive gibt. Der Tourismus bleibt aus. Die wohlhabende Schicht versucht gezielt und meist erfolgreich, ihr Vermögen ins Ausland zu retten. Diese Beschreibung passt ganz besonders zu Ägypten. Doch sie gilt auch anderswo in der arabischen Welt.

Im Schatten dieser Entwicklung bekommen die etablierten Regime Rückenwind. Ein gutes Beispiel ist das Sultanat Oman. Dort herrscht Sultan Qaboos mit harter Hand seit über vierzig Jahren. Anfang des Jahres war sein Land von Unruhen betroffen. Doch der Aufstand scheiterte. Der Herrscher fühlt sich bestätigt. Vor kurzem zelebrierte er den 41. Nationalfeiertag, bei dem man praktisch seine Machtübernahme begeht ("Der Staat bin ich"). Damit hat er Feierlichkeiten zum eigenen Geburtstag verbunden. In bester Tradition des Personenkult.

Sultan Qaboos ist nicht allein. Auch in Saudi Arabien, Bahrain und eine Reihe von anderen arabischen Staaten werden die alten Machtstrukturen gerade jetzt befestigt. Die Wirtschaft spielt dabei eine erhebliche Rolle. Die Herrscher verweisen auf die Ergebnisse der gescheiterten Revolutionen. Sie warnen davor, dass die weltweite Wirtschaftskrise auch ihre Länder erfasst. Und sie betonen immer wieder: Stabilität ist das A und O. Reformen werden zwar angestoßen (angeblich oder tatsächlich), doch sie brauchen noch ihre Zeit. Sehr viel Zeit!

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