Sparschere auch in Großbritannien angesetzt; „wir stürzen zusammen“ / The Sun reports „Hole lot worse“ as UK crisis deepens / צנע גם בבריטניה

Belle Mellor in Guardian: Sparschere angesetzt / The National: Streik droht / The Sun: England versinkt im Loch / Adams in Telegraph: wir stürzen zusammen / The Independent: ...da sechs weitere Jahre Kürzungen anstehen / Paul Thomas in Daily Express: kann dieser Mann Großbritannien umbauen!



דניאל דגן - Eigentlich wollte ich über den Iran schreiben. Sie haben es bestimmt mitbekommen. Iranische "Studenten" (so hieß es in den offiziellen Medien des Landes) besetzten die britische Botschaft in Teheran. Zwei Gebäude wurden in Brand gesteckt. Dokumente wurden auf die Straße geworfen. Es ist ein neuer Tiefpunkt im Verhältnis zwischen Großbritannien und Iran. Zweifelsohne eine sehr ernste Angelegenheit.



Doch davon war in den britischen Medien gestern und auch noch heute wenig zu sehen, zu hören und zu lesen. Die Entwicklung in Teheran wurde von einer noch dramatischeren Nachricht in London überschattet. Verantwortlich dafür ist George Osborne, der Finanzminister von Großbritannien. Gestern hat er in Westminster schlechte Zahlen präsentiert und weitere große Einsparungen angekündigt. Dadurch hat er den britischen Kollegen (und mir) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir berichten nur noch über Geld und Wirtschaft.

Wie das grafisch aussieht können Sie oben bewundern. Die Kollegen in London sind Meister in der journalistischen Verarbeitung von Hiobsbotschaften. Blitzschnell entstehen fantasievolle Schlagzeilen und Zeichnungen, die uns auf die unerfreuliche Lage aufmerksam machen. Wer noch Geld übrig hat, der kann darüber lachen. Alle anderen britischen Bürger - das sind Millionen Menschen, die den sozialen Abstieg befürchten - gehen auf die Straße. BBC titelt: "Der größte Streik seit einer Generation".

Allerdings ist die Lage in Teheran auch an einem solchen Tag nicht ganz in Vergessenheit geraten. Die Regierung in London kündigte Strafmassnahmen gegen den Iran an. Unter anderem werden die verbleibenden Handelsbeziehungen weiter eingeschränkt. Für mehrere britische Firmen bedeutet das Umsatzeinbrüche oder gar den finanziellen Ruin. Insofern ist die Besetzung der Botschaft auch eine Wirtschaftsnachricht.

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