Strompreiserhöhung 2012: Sprach- und Preisanpassung à la Vattenfall / Electricity prices on the rise as Germany abandons nuclear power / אנרגיה גרעינית: כן צרפתי לעומת לא גרמני

Vattenfall: Fehlanzeige bei Preiserhöhung / Lidwine in Nucléaire Non Merci: Atomstrom / Juxtapoz: ...führt zur Apokalypse / Nouvelles de France sowie La Depeche: heiße Debatte in Frankreich / Le Figaro: ...wobei auch führende Ökologen die Atomenergie unterstützen



דניאל דגן - Die Demos gegen den Castor Transport und die kräftige Erhöhung der Strompreise fallen dieses Jahr zusammen. Beide Vorgänge sind alles andere als erfreulich, auch wenn sie pünktlich zum ersten Advent kommen. Gibt es einen Zusammenhang?



Der Energieriese Vattenfall sagt "Jawohl". Ich zitiere aus einem Brief, den ich vor wenigen Tagen von Geschäftsführer Rainer Wittenberg und Marketing Leiter Jens Wagner bekam: "Die Bundesregierung hat... den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen... die anhaltend hohen Ausgaben für die Förderung erneuebarer Energien in Form einer gesetzlichen Umlage... sind Gründe, warum wir unsere Preise... nicht mehr stabil halten können..."

Ich musste mich durch zwei lange Passagen sprachlicher Verwirrung durchkämpfen, bis die Herrn Wittenberg und Wagner zur Sache kommen. Nämlich, dass ihr Unternehmen den Preis um knapp 10 Prozent erhöht! Doch der Begriff Preiserhöhung taucht gar nicht auf. Die "Anpassung" (wie es immerhin in einer beigefügten Broschüre elegant heißt) wird nirgendwo in Prozenten ausgedruckt. Das muss man selbst ausrechnen. Der Hinweis auf Infos in der Vattenfall Website hilft auch nicht. Schauen Sie sich bitte die Ilustration oben links an.

Dabei ist es eigentlich verständlich, dass der Atomausstieg sehr teuer ist. Große Betriebe müssen stillgelegt werden. Vorhandene Kapazitäten werden nicht genutzt. Bemerkenswert ist die Situation in Frankreich. Es gibt schon Gegner der Atomenergie. Doch ihr Einfluss ist sehr begrenzt. Grüne-Chefin Eva Joly heizt die Stimmung an. Am Ende (so die französischen Beobachter) wird sie einlenken. Präsident Nicolas Sarkozy kritisiert heftig Vorschläge zum Ausstieg. Er nennt sie schlicht und einfach "verrückt". Er warnt, dass der Atomausstieg Frankreich ins Mittelalter zurückwerfen würde.

Die oppositionelle sozialistiche Partei hat einen begrenzten Atomausstieg zunächst in Aussicht gestellt. Doch als die Konsequenzen (unter anderem in Form von kräftigen Preiserhöhungen) aufgezeigt wurden, machten die Sozialisten einen Rückzieher. Auch unter einem linken Präsidenten wird Frankreich auf die Kernenergie setzten, wie der Kandidat der Sozialisten François Hollande hier per Twitter bestätigt. Das ist für das Nachbarland mehr als nur eine moderne Energiequelle. Die Beherrschung und Weiterentwicklung der Atomtechnologie ist auch eine Quelle von Nationalstolz und Stärke, die die besondere Weltpolitische Rolle Frankreichs begründet.

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