Lateinamerika sieht Europa in der Euro-Zone gefangen / A lesson from Latin-America: “the power of the package” / שיעור לאירופה ב(אמריקה)לטינית

El Argentino sowie ClarinBuenos Aires: Frankreich setzt die Spar-Guilliotine ein... Duo Merkozy lässt Europa 1 & 2 entstehen... / Valor, Brasilien: Europa hat geschlafen... nun ist Europa gefangen... / Mico in La Nación, Chile: Griechen raus aus der Zone! / Papeto in El Mundo, Bogota: Pensionskasse Italiens leer; pensionierter Berulsconi wäre dennoch hilfreich / Moises Naim in El Pais, Madrid: Lehren aus Südamerika



דניאל דגן - Unzählige Male haben die Südamerikaner wirtschaftliche Krisen durchmachen müssen. Auch heute sieht es in Lateinamerika alles anders als gut aus. Armut. Ausbeutung. Kriminalität. Diktatur in Venezuela und Instabilität in einigen anderen Ländern. Dennoch fühlen sich viele Südamerikaner bestätigt. In den führenden Ländern gibt es beachtliche Wachstumsraten. Trotz weltweiter Finanzkrise verzeichnen Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Chile eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Das führen Experten in diesen Ländern darauf zurück, dass man aus der Misere der Vergangenheit gelernt hat.



Heute habe ich in südamerikanischen Zeitungen geblättert. Die Krise in Europa wird ausführlich beschrieben. Es gibt viele Berichte und Analysen. Das ist ungewöhnlich. Sonst konzentrieren sich diese fernen Länder auf ihre eigenen Probleme. Übrigens beruht das auf Gegenseitigkeit. Die europäischen Medien berichten ja sehr drüftig über Lateinamerika.

Bemerkenswert ist vor allem, dass die Südamerikaner eine neue Stärke spüren. Sie haben durch die vielen Krisen sehr gelitten. Sie waren am Rande des Bankrott. Doch nach eigener Wahrnehmung haben sie sich erholen können. Heute denken mehrere kompetente Experten, dass auch Europa aus dieser Erfahrung lernen kann. Das fasst der frühere venezulanische Wirtschaftsminiter Moisés Naim in der spanischen Tageszeitung El Pais zusammen. "El poder del paquete" ist das Zauberwort, das er in die Diskussion bringt. Zu Deutsch "die Kraft des (Maßnahmen-) Pakets".

Was heißt das? Es heißt, dass man keine einzelnen Aktionen mehr unternehmen soll. Sie würden die Krise nur verschärfen. Man muss gleichzeitig in allen relevanten Bereichen passende, umfassende Massnahmen ergreifen: Wirtschaft, Finanzen, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Regulierung der Banken... und das auch noch europaweit...

Zweifel sind allerdings erlaubt, ob das bei den jetzigen politischen Strukturen in Europa möglich ist. Darüber entstand eine Kontroverse in der brasilianischen Zeitung Valor. Die einen meinen, dass Europa den Euro einfach falsch konzipiert hat. Bei der jetzigen Zersplitterung und dem Kompetenzwirrwarr kann eine gemeinsame Währung einfach nicht funktionieren. Andere denken, dass ein Ausstieg aus dem Euro nicht mehr in Frage kommt. Also muss man ausharren und ständig anpassen.

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